Doktorarbeit über Jugendgemeinderäte

Im Laufe meiner Zulassungsarbeit komme ich immer wieder zu interessanten Artikeln, Diplom-, Doktor-, Zulassungs- und Magisterarbeiten zum Thema meines Interesses. Ich werde hier in einer kleinen Serie diese diese Arbeiten vorstellen. Die Texte wanderen dann auch in meine Zulassungsarbeit.

Jugendgemeinderäte in Baden-Württemberg – Eine interdisziplinäre Evaluation„, Michael C. Hermann, Paffenweiler, 1996

Wer sich beteiligen will kann da von den Keksen naschen

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Michael C. Hermann ist inzwischen Professor an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten, 1996 hat er sich mit einer interdisziplinären Evaluation promoviert. Dies war die erste Arbeit die sich wissenschaftlich mit Jugendgemeinderäten auseinandersetze und seit damals die erste Untersuchung die sich auch mit den Einstellungen der Handelnden auseinadersetzt. In seiner Untersuchung wurden 107 Fragebögen berücksichtigt, die Rücklaufquote lag bei knapp 70% (s. 47), wobei die Schwankungen der Rücklaufquote auf das unterschiedliche Engagment der Gemeindebeamten zurückzuführen sein. Meist wurden die Fragebögen in

Sitzungen ausgefüllt, so dass Jugendliche die natürlich völlig mit den Räten gebrochen hatten und nicht mehr kamen, nicht erreicht wurden. Eine Einschränkungen die auch in meiner Arbeit gilt.

 

Er geht dabei von verschiedenen Postulaten oder Hypothesen aus:

  • „dass statt faktischem politischen Verhalten besser derartige Einstellungensmuster Gegenstand der empirischen Erhebung sein sollten“ Habermas zitiert nach Hermann, Seite 24
  • Die Untersuchung versuchte damals „Aussagenfür ein großes Sampel, das möglichst nahe an der Gesamtzahl liegt, zu treffen“, S. 25
  • Im Allgemeinden konstatiert er eine dramatische Zunahme der Politisierung, gerade in der späten Kindheit etwa um das Alter von 11 Jahren.
  • Als zentrale Hypothese wählte er: „Parizipation Jugendlicher in Form eines Jugendgemeinderates führ zu höherer Motivation, zu ehrenamtlichem politischen Engagement, zu positiver Einstellung gegenüber dem kommunalen System, zu mehr jugendzentriertem Entscheidungsprozessen im Verwaltungshandeln, zu einer Vergrößerung der Macht Jugendlicher auf kommunaler Ebene sowie zu besserer Informiertheit über daskonkrete kommunale System“ (S. 28)
  • Jugendgemeinderäte unterscheiden sich positiv in diesen Punkten von Nichtmitgliedern (S.29)
  • „Bereitschaft zu Partizipation ist selbst ein Produkt politischer Sozialisation“ (S.34) daher “ Je stärker Vorerfahrungen in Partizipationsformen der Jugendarbeit und Schule sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, Mitglied in einem Jugendgemeinderat zu werden (Teilhypothese 2)“ (S.35) Dazu entscheidende Erfahrungen werden relativ früh angelegt. (S. 36)
  • „Jugendliche, die Mitgleider in Jugendgemeidneräten sind oder waren, beurteilen die Leistungsfähigkeit des kommunalen Systems positiver als Nichtmitglieder.“ (S. 40), daher sie beurteilen ihre politische Wirksamkeit höher, ihr politischer Zynismus ist niedriger.
  • „Jugendliche, die Mitglieder in Jugendgemeinderäten sind, sind besser über kommunale Angelegenheiten und über Rahmenbedingungen kommunalen Handelns informiert als andere Jugendliche“ (S. 43). Die Fragen wurden hier von mir ein wenig angepasst, da Information auch über kommunale Angelegenheiten heute stärker über das Internet erfolgt.
  • „Die Deutschen verstehen sich in erster Linie als Konsumenten staatlicher Gratifikationen und nicht als träger der Volkssouveränität“ (Wasmund 1977, zitiert nach Hermann 1996, S. 56)
  • Politische Parteien haben ein strukturelles Problem bei der Organisation jugendlicher Beteiligung, ihre Beteiligungsformen sind: „Wenig situativ und lebensweltbezogen“ (S. 56) und „die junge Generation steht in kritischer Distanz zur konventionellen politischen Partizipation“ (S. 65)
  • „Neuere empirische Untersuchungen kommen sogar zum Ergebnis, dass die junge Generation derzeit so interessiert ist wie noch nie zuvor“ (S. 60). „Bis zum Alter von neun Jahren stellt Conell eine nur naive und vage Vorstellung von Politik fest, aus Detailinformationen weigehend assoziativ zusammengesetzt. In der Phase zwischen dem 10. und 11. Lebensjahr erfolge die Entwicklung einer Idee von Konflikthaftigkeit der Politik, kurz darauf würde Mac
    gibt es leider nicht mehr zu kaufen, aber in jeder guten UB

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    ht als wichtige politische Kategoire eingeführt, bevor dann mit etwa 16 Jahren ein voll entwickeltes Konfliktverständnis festzustellen sei“ (Cornell 1971, zitiert nach Hermann, S. 81) „Dudek von einer erdrutschartigen Politisierung der älteren Kindheit spricht“ (Dudek 1993 zitiert nach Hermann, S. 83)

  • Politische Einflußöglichkeiten der Familie wurden in der Vergangenheit überschätzt, sie bleiben jedoch stark und sind vorallem latent. „Studien zeigen sehr deutlich, dass innerfamiliäre Demokratie Appetit auf noch mehr Mitbestimmung macht“, „wirkliche politische Kommunikation in der Familie ist eher unbedeutend“ und „politische Einstellungen der Eltern werden wirkungsvoll weitergegeben wenn die Eltern politisch geeint sind“ (S. 85)
  • Mädchen beteiligen sich weniger, ob dies „latente politische Interese von Mädchen wirklich schwächer ausfällt“ nun daran liegt, dass die politische Welt nach wievor von Männern dominiert sei, oder dies nun davon abhängt, dass es weniger Möglichkeiten gibt sich politisch zu äußern. (S. 62)
  • „starkes politisches Interesse positiv mit einer progressivem Meinungsdimension koreeliere“ Hermann im Bezug auf Jaide 1970. (S. 63) und „Postmaterialistisch eingestellte Jugendliche werden von den verschiedenen Partizipationsformen viel stärker erreicht als materialistisch orientierte Befragte“ (S. 66) „Sozeigen postmaterialistisch orientierte Jugendliche eine wesentlich  größere Bereitschaft zu den diversen legalen Partizipationsformen“, „die Rückläufigkeit des Autoritarismus ist vielmehr gleichbeutend mit der Verweigerung gegenüber einem autoritären, undemokratischen und nicht auf Partizipation gerichteten Umgangsstil“ (S. 91)
  • Konsum der Lokalzeitung hängt vom politischen Intresse und besonders dem an Lokalpolitik ab, so Hermann mit Bezug auf einer Studie des Meinungsforschungsinsitut Noelle-Neumann (S. 63)

    Michael C. Hermann

    Michael C. Hermann

  • „Folgt man empirischen Untersuchungen, die in der Bundesrepublik zum politischen Wissenstand und Bewußtsein von Schülern durchgeführt wurden, so wird die Schule nicht einmal ihrer primären Aufgabe gerecht, die SChüler mit einem Grundstock politischen Wissens auszurüsten“ (Wasmund 1982, S 65, zitiert nach Hermann S. 87)
  • „politische Apathie vorrangig die Konsequenz fehlender Kompetenzerfahrungen“ (S. 93)
  • „Nie/Verba definieren: By political participation we refer to those legal activities by private citizens which are more or less directly aimed at influencing the selection of goverment personnel and for the actions they take“ (S. 98), „In this sense participation has more than instrumental value; it is an end itself“ (S. 99), „Entsprechend zählt die reale oder symbolische Ausweitung von Partizipationsangeboten als typisches Instrument zur Abwendung von Legitimationskrisen eines Staates“ Hermann S. 95 nach Straser 1985, „kann eine solche Auslagerung von Steuerungsleistung ein System stabilisieren“ (S. 99), „Jede weitere Form kann lediglich unter dem Aspekt angebracht sein, überschüssige Betätigungsbedürfnisse von Nichteliten zu kanalisieren, was heißt, ungefährliche Bahnen zu lenken“ (S. 100), „Das Beteiligung Aktivität auszulösen vermag, um eigene Probleme zu bewältigen“ (S. 100) Beteiliggung kann Planungsprozesse effizienter machen aber auch verlangsamen, durch Beteiligung lernen die Bürger Verantwortung (S.101)
  • Beteiligungsformen werden unterteilt in verfassst – nicht verfasst und unkonventionell – konventionell (meist legal, legitim, indirekt) (S. 104)
  • Beteiligung findet an verschienden Orten, wie Schule, Jugendverband, etc. statt, dabei haben auch diese immer ihre eigenen Probleme und inneren Wiedersprüche (S. 111 ff)
  • Neben Jugendgemeinderäten gibt es weitere Möglichkeiten Jugendliche und Kinder besser in den Politikbetrieb einzubinden oder das Verwaltungshandeln auf ihere Interessenauszurichten, dazu zählen Einrichtungen wie Kinderbeautragte, Anwälte, Kinderkomissionen und Kinderbüros (S. 118 ff). Daneben gibt es offene Formen wie Anhörungen, Foren die dem gleiche Ziel dienen sollen (S. 127)
  • Erste Jugendgemeinderäte gab es in Frankreich 1944 und in jüngerer Zeit in Stadt Schlitigheim 1979 (S. 128), sie sind in der „Association Nationale des Conseils d’Enfants et de Jeunnes“ zusammengeschlossen. (Link: http://anacej.asso.fr/) in der Schweiz sind die Jugendgmeinderäte und Parlamente in der „Schweizererischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände“ zusammengschlossen (Link: http://www.sajv.ch/)
  • Am 1.1.1995 gab es Jugendgemeinderäte in den folgenden Städten in Baden-Württemberg: Bad Wimpfen, Bisingen, Donaueschingen, Filderstadt, Friedrichshafen, Geislingen, Gengenbach, Kirchheim, Künzelsau, Offenburg, Radolfzell, Waiblingen, Waldenburg, Weil am Rhein, Weingarten, Winnenden, die Gemeinden hatten zwischen 3000 – und 64.000 Einwohner. (S. 141) Diese Jugendgemeinderäte schlossen sich 2. Mai 1993 in Bad Urach zu einem nicht eingetragenen Verein zusammen, dem Dachverband der Jugendgemeinderäte in Baden-Württemberg (S. 141) (Link: www.jugendgemeinderat.de)
  • Nach Hermann werden Jugendgemeinderäten die folgenden Funktionen zugeschrieben: 1. Motivation: Jugendliche sollen zu einer verstärkten aktiven Mitarbeit in der örtlichen Gemeinschaft bewegt werden, 2. Rekrutierung: Jugendliche sollen motiviert werden in der Kommune politische Ämter zu übernehmen, 3. Artikulation, Jugendliche sollen eine Platform bekommen ihre Meinungen zu äußern. (S. 145 ff) Dadurch soll zum einen die Verwaltung wissen wo die Probleme liegen zum anderen sollen sich die Jugendlichen durch Mitsprache, Mitwirkung und Mitbestimmung einbringen können. 4. Politische Bildung: durch die Mitarbeit sollen sich die Einstellungen und kompetenzen in kommunalpolitischen Fragen verbessern.
  • Geschäftsordnungen unterscheiden sich stark hinsichtlich Inhalt, Form und Regelungsdichte (S. 152) ein Trend der sich Forsetzt, eine aktuelle Übersicht über die mir derzeit vorliegenden Geschäftsordnungen findet sich unter: https://sbamueller.wordpress.com/2010/11/18/satzungen-von-jugendgemeinderaten/
  • 1996 betrug in der Regel die untere Wählbarkeitsgrenze 14 Jahre und die obere 20 Jahre (S. 156), Wahlberechtigt bzw. Wählbar waren teils die Gemeindeeinwohneden Jugendlichen, als teiweise auch die dort zur Schule gehenden. Zum Teil durften auch Ausländische Jugendliche wählen, zum Teil wurde dieses Recht als Vorwegnahme des kommunalen Ausländerwahlreches verwehrt (S. 161), als Wahlodi gab es: Verhältniswahl, Kommunlieren, Quoten nach Schulen, Briefwahlen, Vollversammlungen und Listenwahl. Die Wahlbeteiligung lag zwischen 13 und 97%, die Kandidatenstruktur wies ein deutliches Übergewicht männlicher Kandidaten auf (S. 171). Generell liessen sich die Modelle: Formaler Rat mit Urwahl und formaler Rat mit Schulbezug unterscheiden (S. 185)
  • Jugendgemeinderäten waren wesentlich stärker in Schülervertretungen und politischen Jugendorganisationen engagiert als Nichtmitglieder (S. 216). „Jugendliche, die einem Jugendgemeinderat angehören, sind nach eigenen Angaben in den verschiedenen Organisationen ehrenamtlich stärker aktiv als Nichtmitglieder. (…) Dagegen betätigen sich die Mitglieder von Jugendgemeinderäten mit steigendem Alter stärker in den politischen Jugendorganisationen, während bei der Kontrollgruppe ein solcher Zuwachs nicht festzustellen ist“ (S. 219)
  • Die Mitglieder von Jugendgemeinderäten stehen dem politiscehn Prozeß eindeutig positiver gegenüber als die Nichtmitglieder (S. 227), sie verfügen über weniger Ohnmachtserfahrungen als Nichtmitglieder (S. 230), jedoch ist innerhalb der Gruppe miz zunehmenden Alter auch eine Zunahme von Ohnmachtsgefühlen zu messen (S. 231). Jugendgemeinderäte haben weniger politischen Zynismus als normale Jugendliche (S. 233).  Jugendgemeinderäte weisen eine deutlich höhrere informatorische Aktivität auf als die Nichtmitglieder (S. 239) „Die überwältigende Mehrheit der aktuellen Mitglieder wäre nach eignem Bekunden zu einer weiteren Kandidatur bereit“ (S. 249)
  • Mitglieder und Nichtjugendgemeinderäte sehen für sich geringe Chancen den poltischen Prozeß durchschauen zu können (S. 235)
  • „Als Bilanz ist festzuahlten: (…) Es gibt sehr deutliche Hinweise, dass es sich bei denin einem Jugendgemeinderat Gewählten idealtypisch um Jugendliche handelt, die sich aufgrund ihrer Vorerfahrungen und ihrer familiären Herkunft im Hinblick auf die Forschungsfrage positiv von der Gesamtpopultion abheben und anschliessend während der Zeit ihrer Mitgliedschaft – entweder aufgrund des gegebenen hohen Niveaus positiver Einstellung oder wegen der Qualität der Partizipationserfahrungen – keine wesentliche Förderung ihrer Einstellungen erfahren“ (S. 255)
  • Gewählte sind deutlich Mittelschichtorientiert, „Es werden weniger die Jugendlichen erreicht, die einer Förderung ihres politischen Handelns und Erlebens in besonderem Maße bedürfen würden“, Ausländische Jugendliche können von dem Modell relativ gut erreicht werden, Jugendliche aus Gymnasien sind deutlich besser vertretern, höhere Schichten sind deutlich besser vertereten (S. 263)
  • Es besteht zum Teil die Gefahr das Jugendgemeinderäte für die die Ziele von Erwachsenen mißbraucht werden (S. 266)
  • „In den Augen der Mitglieder sind die Kommunalpolitiker nicht besonders an ihren Meinungen interessiert“ (S. 271)
  • In den Jugendgemeinderäten wird ein verküzter Begriff des politischen geprägt, weil Themen bereiche wie Sozialpolik außen vor bleiben und Komplexität von Entscheidungen und ihre Konflikthaftigkeit nicht richtig deutlich werden (S. 272)
  • Die Effizienz von Jugendgemeinderäten wird überschätzt (S. 281), „Auf der informellen Ebene fehlt den Jugendlichen der wichtige Zugang zu den Entscheidungsträgern“, „Angelegenheite, die von langfristiger und grundsätzlicher Bedeutung für die Lebensqualität junger Menschen sind, spielen aufgrund der angestrebten geringen Komplexität kaum eine Rolle“
  • Zentral für den Erfolg eines Jugendgemeinderates ist die Haltung der Verwaltung und insbesondere des Oberbürgermeisters. (S. 281)
  • Die Lernprozesse sind beliebig und „die Umsetzung der Beschlüße läßt in den Augen der Mitglieder zu wünschenübrig“ (S. 282)
  • Unterschiede zwischen Nichtmitgliedern und Mitgliedern lassen sich nicht Schlüssig durch die Erfahrungen im Gremium erklären, sie unterscheiden sich schon deutlich vor Begin ihrer Amtszeit voneinander (S. 289)
  • Um effizient zu Arbeiten, müßen die Mitglieder der Jugendgemeinderäte informell an die kommunale Ebene angebunden sein, dies ist jedoch selten der Fall (S. 290)
  • „Den Kontext bildet eien durch postmodernen Zeitgeist forciert Hinwendung zur Lebenslage Jugendlicher (…) die Verwirklichung der Lebenskonzepte“ (S. 290)
  • Jugendgemeinderäte sind eine eher elitäre Veranstaltung (S. 292)

Schlußfolgerung: Herman kommt zur Schlußfolgerung, dass die an die Einrichtung von Jugendgemeinderäten gemachten Erwartungen (Jugendliche für Kommunalpolitik motivieren, Rekrutieren, Attitüden verbessern, negative Einstellungen abbauen, Wissen über das politische System vermitteln, durch Artikulation Jugendlicher Interessen Politik verbessern, S. 286) nur begrenzt eintreffen, es Beteiligen sich vorallem sowieso schon aufgrund ihrer Sozialisation und Umfeld für Politik interessierten und denen hier ein Art Instrument für Nachwuchsgewinnung zur Verfügung gestellt wird, teilweise haben die JGR wenig Möglichkeiten die Anliegen umzustetzen oder werden auch für Forderungsunterstützung aus der Verwaltung misbraucht. Die Beteiligung ist wenig konflikthaft angelegt und eine „Politisierung im Sinne konkurierender Grundfeste und die Einflussnahme von Parteien verhindert“ (S. 286), Jugengemeinderäte sind eine (inzwischen) konventionelle Beteiligungsform, der Jugendliche teilweise kritisch Gegenüber stehen. Sie haben eine große Verfastheit, aber wenig rechtliches Gewicht (S. 287). Und sind typischerweise männlich dominiert.
Seine Analysen deuten darauf hin, dass ein großteil der Themen nicht diskutiert wird, sondern ausschlieslich aus Informationen der Verwaltung besteht. (S. 288)
„Die konkrete Kommunalverfassung mag in diesem Punkt auch erklären, warum Jugendgemeinderäte in Bundesländern mit Verfassungssystemen, dei einen exponierten, in besonderem Maße auf Legitimation des Bürgers angewiesenen Akteuer nicht kennen, keine Rolle spielen“ (S. 290)
„Der Fokus der Öffentlichkeit wird damit von einer inhaltlichen policy-Dimension auf die formale polity-Dimension verlagert“ und „Jugengemeinderäte sammeln Jugendliche, die für eine eher konventionelle Partizipation zur Verfügung stehen und damit für die zukünftige Stabilität kommunalen Systems von Bedeutung sein könnten und machen sie für eine politische Bildung verfügbar“ (S. 291)

Forderungen – Er stellt aus seinen Untersuchungen die folgenden Forderungen auf (S. 293ff):
Frühe Entwicklungen von Beteiligungsformen, möglichst schon Einbeziehung der unter 14 Jährigen, es sollten möglichst viele  Jugendliche in den Genuß der Beteiligung kommen, möglichst mehr als nur die Jugendgemeinderäte, die entwickelten Aktivitäten sollten folgen haben, es sollten möglichst vielseite Methoden verwendet werden, Fachpersonal muß einbezogen werden, moglichst geringer Einfluß Erwachsener. Idealerweise fordert er ein „halboffenes Parlament mit Projektbezug“daher es sollten unter zuhilfenahme von Fachkräften konkrete Projekte durchgeführt werden.

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Eine Antwort to “Doktorarbeit über Jugendgemeinderäte”

  1. NYRIS 11 Presentation « Sebastian Müllers Blog Says:

    […] and the other with attitudes of youth councilors. This questionnaire was based on the work done by Michael C. Hermann, who investigated youth councils in BW in […]

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