Demos als Konsumangebot

Wieder den ritualiserten Studentenprotesten! Und bitte mehr Ahnung von der Asta Arbeit.

rituale des Protests

Ich war nicht bei der 50. nicht angemeldeten Demo gegen Studiengebühren in Freiburg. Bisher haben die Studierendenproteste wenig bewirkt, außer einer eigentlich eher unsozialen Geschwisterregelung, bei der dritte Sohn der Millionärstochter keine Studiengebühren zahlt, das zweite Kind der alleinerziehenden Mutter aber durchaus.

Es gibt keinen Grund, diese Demonstrationen, wenn man sie denn für nötig hält nicht anzumelden, unangemeldete Demos überlässt man eher der Antifa, die kann das besser. Selbst wer keine Zeitung liest, sollte in Freiburg inzwischen gemerkt haben, dass Studierende gegeben Studiengebühren sind.

Während der usta „Demos als Konsumangebot für eine bestimmte Klientel“ (eigene Aussage) organisiert, bearbeitet er die wichtigen Fragen die uns als Studierende angehen nicht. Kaum eine Information oder Stimme zur Neuordnung der Studiengänge im Lehramtsbereich, keine sinnvoller Protest gegen die Kürzungen (außer dem allgemeinen Dauerprotest) und auch kein erfolversprechener Versuch auf die Politik der Landesregierung Einfluss zu nehmen. Es wird zwar Demonstriert aber nicht mit Politikern geredet. Außerhalb der CDU gibt es ja immerhin die Bereitschaft mit Studierenden zu sprechen.

Mubarak und Mappus muß weg!

Mubarak und Mappus muß weg!

Hingegen ist ein Protest der den in Deutschland meist sowieso schon nur unter großen Anstrengungen pünktlichen Bahnverkehr stört, eher dazu geignet uns Studierende in ein schlechtes Recht als Dauerprotestierer und Berufsstörer zu schieben. Zumal in diesem Fall die Bahn nun wirklich nichts dafür kann. Er wird von vielen Studierenden abgelehnt, erzeugt nach meinen eigenen Erfahrungen keine positive Stimmung gegenüber unseren Zielen und trifft auch nicht die Verursacher der Misere – oder was können Pendler dafür, dass es Studiengebühren gibt? Einzig er befriedigt ein dumpfes Protestbedürfnis. So dumpf, das es jedoch wirklich nichts bewirkt.

Wie sähe nun also ein Protest aus, der eben genau da wirkt wo er hin muß, nämlich im Konservativen CDU Land? Warum nicht anzeigen in den Blättchen dort schalten? Warum nicht mit einem Bus über die Marktstände auf dem Land ziehen und mit gescheiten Flyern (ohne Worte wie Kapitalismus und Gouvernementalität) die Menschen über unsere Anliegen aufklären?

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Eine Antwort to “Demos als Konsumangebot”

  1. Ikonen oder dämliches Design aus dem usta Umfeld « Sebastian Müllers Blog Says:

    […] Plakatcampagne zu nehmen. Ob und wie man genau mit Anspielung auf diese Kampagne oder dem Abbrennen von Barrikaden, sich Sympathien verschafft ist mir […]

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