Leserbriefe zum Beitrag „Student legt Studie über WsD-Protestgruppe vor“

GQf1Nr_6Leserbriefe zum Beitrag „Student legt Studie über WsD-Protestgruppe vor„. In einem Forschungsprojekt für die Finnische Universität Turku wurden 20 Stunden Videoaufnahmen von den Kundgebungen in Plauen analysiert.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse habe ich die Beiträge zu meiner Hausarbeit gelesen. Sie fragen richtigerweise wer diese beauftragt hat: Niemand. Die Hausarbeit schreib ich im Seminar “Nationalisms” bei Universitätsdozent Dr. Matti Jutila. Ich habe das Thema aus reinem Interesse untersucht und dafür weder Geld noch sonstige Leistungen erhalten. Für Kritik an der Methodik der Studie bin ich offen.

Auf der einen Seite weisen die Veranstalter stets darauf hin, dass die Redebeiträge nicht ihre Meinung, sondern die der Redner wiedergeben. Das ist sicher richtig. Aber mir gegenüber hat Frau Ohheim erklärt, dass sie sich von jedem Redner ein Manuskript vorlegen lassen und nach “krasse Sachen” durchsehe und diese bespreche.

Der Moderator zahlreicher Veranstaltung Gunnar Gemeinhart, kommentierte rechtspopulistischen Beiträge in der Regel wohlwollend.

In einem ausführlichen Telefonat mit einem Plauener WsD-Kritiker wurde ich darauf hingewiesen, dass bei der 20. Sonntagsdemo ein Herr zum Thema sprach und dann als er vom „genehmigten“ Manuskript abweicht, von der Bühne kolportiert wird. (Zu sehen im Youtube Video https://youtu.be/T7uFbAW-F8g ab ca 13:30)

Er wies auch daraufhin das etwa Ken Jebsen von den Veranstaltern eingeladen wurde, was Ken Jebsen auch in einem seiner Videos ebenfalls so darstellt.

Daher komme ich zu dem Schluss, dass die Veranstalter sowohl kontrollieren wer redet und auch was dort gesagt wird. Vereinzelte Minderheitenmeinungen werden geschickt eingebunden um dadurch die Fassade von Meinungsfreiheit und Vielfalt aufrechtzuerhalten. Diese Redner werden jedoch regelmäßig ausgebuht.

Sicher werden neben der “Flüchtlingskrise” auch noch andere Thematiken besprochen, aber deutlich weniger häufig und mit deutlich weniger Applaus.

Die Ausrichtung der Beiträge ist eindeutig: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Anti-Elitismus, Anti-Amerikanismus, Anti-Intellektualismus, Anti-Politik, Moralisierung Polarisierung, Personalisierung und Anti-Institutionalismus, schlichtweg alle Elemente die sich nach den gängigen Populismus Definitionen, zu diesem gehören. Dazu passt auch der moralische Anspruch das wahre Volk gegen “die-da-oben” zu vertreten und zu verteidigen.

In einer Demokratie gibt es eben nicht die Stimme des Volkes, sondern Bürger mit ihren einzelnen Interessen die hoch unterschiedlich sein können. Diese sind alle gleich legitim.

Sie können die gesamte Studie unter www.sbamueller.de gerne nachlesen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Sebastian Müller

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