Die vier Tage von Nijmegen

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Nun bin ich seit einigen Tagen wieder von Nijmegen Marsch da. Viele Fragen: „Wie wars? Und wie kommt man darauf sowas zu machen?“

Nun. Im Nachhinein betrachtet hat es Spaß gemacht. Währenddessen war ich mir manchmal nicht sicher. Besonders am 3. Tag Abends, kam ich kaum die Treppe im Haus meiner Gastfamilie hoch und auch kaum zum letzten Tag wieder runter. Aber es ging. Der letzte Tag war ein Kampf, mit Starkregen am morgen, aber irgendwann kam dann auch wieder die Sonne.

Erstmal 50 km laufen, ist für jeden, auch für jeden trainierten – ich laufe ja immer Halbmarathon und gehe ins Cross Fitt – eine Anstrengung. Selbst an Tagen an denen ich joggen gehe laufe ich eigentlich selten mehr als 25 Kilometer – ch habe da jetzt so eine App, die das überprüft. Das liegt auch daran, das ich in Freiburg meistens alle meine Wege mit dem Rad mache.

Auf der anderen Seite war ich schon mal einzelne Tage wandern und das waren dann circa 50 km. Aber immer nur an einem Tag.

Die ersten beiden Tage gingen für mich gut, der dritte war auch noch in Ordnung und er vierte war dann ein Kampf.

Am ersten Tag bin ich sogar 35 km durchgelaufen ohne anzuhalten, also vielleicht mal um Wasser zu trinken aber tatsächlich doch war ich ständig in Bewegung undhabe mich nach erst nach 35 km im eine halbe Stunde hingesetzt. Das eigentliche Problem war dann, dass wieder los laufen und da konnte ich die ersten Minuten wirklich nur Schleichen, bis ich dann meine Schenkel wieder warm, trotzdem hatte ich dann gar keine so schlechte Geschwindigkeit.

Dennoch habe ich gemerkt dass ich jeden Tag 1 Stunde länger gebraucht habe.

Am dritten Tag war ich morgens beim Blasenposten und die haben erst mal mir das gesamte Compeed von den Füßen gekratzt. „ Das kann man vielleicht mal so zum tanzen gehen anziehen aber nicht wenn man länger läuft“

Dann hat mein Behandler Fotos von den Blasen gemacht „Schau dir die an, das ist ein Prachtexemplar“ und mir die Blasen auf gestochen, die Flüssigkeit darin rausgelassen, mit Hansaplast verklebt  und den Fuß trocken gepudert und mich wieder losgeschickt. Das hat leider 1,5, h gekostet nach nur 12 km und zwang mich dann bei einem Teil des dritten Tages mit einer ziemlichen Geschwindigkeit zu laufen um überhaupt noch rechtzeitig ins Ziel zu kommen. Einmal sah ich schon den Besenwagen stehen.

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Das Foto hat der nette Herr im Blasenposten gemacht, der mir dann die Füße neu verbunden hat.

Nun was kann ich für die Lehren draus ziehen, wenn ich wieder mitlaufen sollte: Regelmäßige Pausen, ordentlich Essen und Trinken, nützliche Kleidung und Schuhe wechseln. Doppelsocken!

Was kann man so über die Leute sagen, die da mitmachen:

Franzöische Soldaten und Gendarmen scheinen meist langsam und still vor sich hin zu leiden, ich habe nie erlebt dass ich von denen überholt worden bin. British Army Cadets haben einen ziemlichen Zahn drauf. Eine Gruppe Deutscher Offiziere pfiff immer wenn sie Schwedne überholten die Titelmelodie aus Pipi Langstrumpf.

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Mit John aus Yorkshire

Es ist manchmal ganz geschickt wenn man sich an eine Gruppe dran hängt die zügig marschiert weil die einen ziemlich treibt und man damit der auch diskutieren kann. Unter anderem habe ich mich mit einem norwegischen Offizier über deutsche Flüchtlingspolitik unterhalten, mit einem deutschen Offizier über Solar Energie, mit einemholländische Soldaten der Kultur Wissenschaft studiert hat über Einwanderungspolitik und Migranten, mit Deutschen und Dänischen Polizisten über ihre Arbeit und das Abnehmen.

Ganz wichtig sind die Leute am Rand die einem zu jubeln und auch Gurkenscheiben, Kekse, Wasser, Kaffee oder eine Sitzmöglichkeit anbieten und sogar massieren.

Richtig schwer war der dritte Tag abends als ich ins Bett bin und nicht wusste ob ich am vierten Tag morgens die Treppe herunter kommen würde, weil meine Schenkel und alle Beine beim Treppensteigen so weh taten.

Wirklich körperlich anstrengend waren die letzten zehn 15 km des letzten Tages.

Dem Zieleinlauf war’s dann aber auch schon wieder vergessen, ich war dann eine lange Zeit dafür einer Gruppe schwedischer Amazonen Modell – Soldatinnen die total fit waren die Leute um sich herum mit Wasserspritzpistole nass spritzen und rumtanzten. Was von einer Gruppe im Gleichschritt hinter ihrer Marschband her marschierenden Gruppe Französischer Soldaten ziemlich mistrauisch beäugt wurde. Vielleicht haben sie auch nur gedacht: Das würden wir gerne auch machen…

Jetzt am Ende noch die Frage ob ich es wieder machen würde: Naja je weiter man zurückblickt desto verklärter wird die Erinnerung und beim nächsten Mal könnte ich ja ernsthaft drauf trainieren…

 

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