Leserbrief zu: „5G-Mobilfunk: Fortschritt oder Risiko?“

Leserbrief zu: „5G-Mobilfunk: Fortschritt oder Risiko?“ von Johannes Fritsche 01.10.2019 in https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-5g-mobilfunk-fortschritt-oder-risiko.11a7bd9b-1a47-4607-b4df-be0bc0c91e9d.html

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ob 5G Mobilfunk Fortschritt oder Risiko ist, das muß jeder für sich selbst beantworten. Ich war nicht beim Vortrag von Peter Hensinger, habe aber zwei nahezu wortgleiche Vorträge von ihm in Freiburg gehört, deshalb vermute ich, dass er auch hier die nahezu gleichen Dinge gesagt hat. Über den Stil und Inhalt der Vorträge in Freiburg, bin ich gelinde gesagt entsetzt.

Der Freiburger Vortrag umfasst 159 Folien und begann mit der Schilderung der so genanten „Funkerkrankheit“ und bereits der Name dient als Hinweis, dass Funkstrahlen gefährlich sei. An dieser Funkerkrankheit litten in West- und Ostdeutschland tausende ehemalige Soldaten, die Radaranlagen – also nicht Funkgeräte – bei laufendem Betrieb reparieren mußten. Beim Betrieb dieser Anlagen, entstand aufgrund der Konstruktionsweise mit Röhren harte Röntgenstrahlung weit über jedem auch damaligen Grenzwert. Nicht nur so entsteht eine rhetorische Verknüpfung, die sich durch den ganzen Vortrag zieht, aber wenig mit Aufklärung über tatsächliche Risiken zu tun hat.

Leserbrief von Tillman Schwilk

Wenn man die von Peter Hensinger zitierten Studien kritisch überprüft, etwa in dem man die Studien googelt bzw. in Fachportalen recherchiert und schaut was andere Wissenschaftler dazu schreiben, wie sie bewertet und diskutiert werden, dann findet man bei den besseren Studien das sie methodisch umstritten sind, bei vielen dass ihre Ergebnisse nicht reproduzierbar sind und bei den Schlimmsten, das sie gar zurück gezogen wurden. Zum Teil wurden die genannten Studien auch nicht in wissenschaftlichen Journalen, sondern von den 5G Gegnern selbst publiziert, ohne weitere Kontrolle (Peer Review).

Auch der erzeugte Zusammenhang, die Krebsraten seien durch Mobilfunkt gestiegen, ist aus meiner Sicht nicht haltbar. In entsprechenden Studien wird auch demographischer Wandel, bessere Diagnose und Heilmethoden, aber auch finanzielle Anreize als Gründe für die Zunahme gennant.

Bezeichnenderweise endet der Vortrag in Freiburg mit dem Hinweis auf ein St. Gallener „Kleinzellennetz“, wenn man dieses googelt findet man, das es sich „nur“ um ein öffentliches WLAN Netz handelt, dessen Zugangspunkte natürlich außerhalb der Häuser angebracht wurden um öffentliche Plätze abzudecken. Dieses Netz findet Hensinger gut, nachdem er noch einige Folien vorher WLAN als gefährlich gegeisselt hat.

Das schreibe ich zusammenfassend, da eine detaillierte Auflistung der Ungereimtheiten und aus meiner Sicht nicht haltbaren Behauptungen, den Umfang eines Leserbriefs sprengen würde, eine entsprechende Stellungnahme liegt der Redaktion vor.

Es kann sein das Mobilfunk schädlich ist. Sogar über den so genannten Nocebo Effekt (ich stelle mir vor das es etwas schädlich ist und sofort spüre ich die Schädlichkeit ganz deutlich) hinaus. Nur dafür gibt es außerhalb des nachgewiesenen Thermischen Effekts bei hohen Strahlendosen keinen Nachweis. Es kann auch sein, dass eine bessere Mobilfunkabdeckung auf dem Land durch Notrufe schnellere und bessere Rettung Erkrankter ermöglicht. Alles das sollte man diskutieren und Fragen von Smart City und den sozialen Auswirkungen von autonomen Fahren sowieso, aber bitte auf der Basis wissenschaftlich gesicherter Fakten und nicht auf der Grundlage von Angstmacherei. Und bitte auch nicht alles mit allem vermischen.

Leserbrief zu: „5G-Mobilfunk: Fortschritt oder Risiko?“ von Johannes Fritsche 01.10.2019 in https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-5g-mobilfunk-fortschritt-oder-risiko.11a7bd9b-1a47-4607-b4df-be0bc0c91e9d.html

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