Schulen wieder eröffnen, nur mit Kinderbeteiligung

Zu Badische Zeitung: 15. April 2020 https://www.badische-zeitung.de/offizielle-zwangspause-an-schulen-noch-bis-mai–184826354.html und 3. April 2020 https://www.badische-zeitung.de/wissenschaftler-wollen-schulen-schrittweise-wieder-oeffnen

inwusichen äußet sich auch Rezo

Derzeit wird darüber diskutiert, ab dem 4. Mai die Schulen wieder schrittweise zu öffnen. Für eine schrittweise Öffnung müßen unterschiedliche Modalitäten geklärt werden: Wie findet der Unterricht statt: In Kleingruppen oder im Klassenverband? Für alle Klassenstufen oder nur die Abschlußklassen? Präsensunterricht eher für jüngere Kinder um Eltern zu entlasten? Wieder als völliger Präsenzunterricht oder als Mischung mit Fernlehre? Muß bei einer Mischung aus Präsens- und Fernlehre auf ein traditionelles Stundenplankonzept zurückgegriffen werden oder gibt es bessere Konzepte? Lernen Kinder ausgeschlafen und konzentriert in 1,5 Stunden in Kleingruppen mit garantierter Aufmerksamkeit durch die Lehrkraft nicht vielleicht mehr als in 6h mit 33 anderen Kindern? Darunter auch vielleicht solchen von denen sie gemobbt werden?

Alle diese Fragen, müßen mit den Betroffenen, den Kindern und Jugendlichen diskutiert und Lösungen gemeinsam ausgearbeitet werden, alleine schon weil eine Beteiligung immer die Compliance erhöht. Sinnvolle Hygieneregeln können nur umgesetzt werden, wenn Kinder und Jugendliche diese verstehen, mitmachen und sich sicher fühlen. Andernfalls droht ein Schulboykott, entsprechende Hashtags trenden bereits auf twitter. Die Generation „Fridays for Future“ hat gezeigt, dass sie bereit ist nicht zur Schule zu gehen um so etwas abstraktes wie das Klima zu schützen, dann sicher auch um bei Angst um die eigene Gesundheit.

Kinder- und Jugendbeteiligung ist in Baden-Württemberg eine Pflichtaufgabe nach §41a der Gemeindeordnung für die Gemeinden. Bisher sehe ich noch keine Berichte, wie diese Kinder- und Jugendbeteiligung organisiert werden soll. In Südbaden gibt es dafür haufenweise Moderator*innen und Experten, die sich gerne zur Verfügung stellen.

Ebenso scheint es zumindest in Freiburg kaum Anstrengung von Seitens der Stadt – als Schulträger zu geben – zumindest eine Grundausstattung mit Geräten auch den Kindern zur Verfügung zu stellen, deren Eltern zuhause kein Internet oder Gerät zugänglich machen können. Vielleicht weil sie es selbst fürs Homeoffice brauchen. Dabei wären entsprechende Systeme bereits für unter 100 EUR machbar, in Freiburg gibt es viele Initiativen aus Zivilgesellschaft die dabei helfen würden.

Auch das Kultusministerium schafft es bisher nicht eigene Videokonferenz Server angebunden an das Moodle System für Unterricht anzubieten, obwohl dies technisch durchaus machbar wäre.

Die Fähigkeiten zum Home Office, Umgang mit Videokonferenzen und kolaborativem Arbeiten an Dokumenten per PC sind bereits heute in vielen Unternehmen wichtig und werden wichtiger – wer das ignoriert und wieder zu einer vermeintlich heilen Bildungswelt vor der Krise zurück will, bereitet Kinder schlecht auf die Arbeitswelt vor.

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