Archive for the ‘3ddruck’ Category

Medienbereichte zu DIY Beatmungsgerät

6. April 2020

Sebastian hat im Morgenradio von  Radio Dreyeckland versucht zu erläutern wo wir beim Projekt DIY Beatmungsgeräte stehen, was die Herausforderungen sind und wie man es wird bauen können.

Auch für online2local hat er einige Fragen beantwortet:

O2L: Was sollte man in der jetzigen Situation tun, wenn man einen eigenen handelsüblichen 3D-Drucker im Keller stehen hat? Die Pläne für ein Beatmungsgerät aus dem Internet besorgen, losdrucken und das Ergebnis an die nächste Klinik in meiner Nähe schicken?

Sebastian Müller: Nein, man sollte sich bei #MakerVsVirus melden und sich mit der jeweiligen Ortsgruppe abstimmen, um den Bedarf festzustellen. Ein Ableger für Südbaden, techies vs corona, ist seit dem 3. April ebenfalls online. Für Erfahrene ist auch ein Engagement bei unserem Projekt DIY-Beatmungsgerät möglich, da sind mittlerweile über 200 Maker zusammengekommen. Grundsätzlich muss man beachten, dass es sich bei Beatmungsgeräten für Intensivpatienten um komplexe Maschinen handelt, die nicht leicht zu steuern sind. (…)“ (das gesammte Interview)

Keine Willkür in der Krise.

2. April 2020
Vorbereitung im Krankenhaus

Derzeit sehe ich an vielen Stellen großes Engagement in der aktuellen Corona Krise. Einige Beispiele:

  • Freiburger Techies, rund um Engineers for Future, koordinieren eine Gruppe die mit 3d-Druck und Lasercuttern Schutzvisire und Ähnliches herstellt.
  • Unzählige Leute bieten an für ihre Nachbarn einzukaufen oder vernetzen sich in Hilfsgruppen online.
  • Bei einem Hackaton der Bundesregierung haben über 40.000 Leute an (digitalen) Lösungen gearbeitet. Daraus ist auch eine Gruppe entstanden, die versucht Beatmungsgeräte mit einfachsten Mitteln herzustellen, die weiterarbeitet und inzwischen mehr als 200 Aktive hat.
  • Bei der Hilfsorganisation bei der ich mich engagiere, müßen Ehren- und Nebenamtliche eher gebremst werden.
  • In den Freiburger Krankenhäusern erlebe ich wie in kurzer Zeit, enorme organisatorische Anstrengungen unternommen werden um sich vorzubereiten.
  • Viele junge Menschen engagieren sich in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) beim Rettungsdienst und in der Pflege. Sie sind an vorderster Front der Coronakrise und teils auch ohne ausreichende Schutzkleidung dem Infektionsrisiko ausgesetzt. Dafür bekommen sie ein Taschengeld und mehr nicht.
  • Zahlreiche Lehrer*innen schaffen in wenigen Tagen, weitgehend ohne Hilfestellung des Kultusministeriums unter Ministerin Eisenmann, die das Schulcloud Projekt in den Sand gesetzt und jahrelang nur mit verboten auf Digitalisierung reagiert hat, mehr oder weniger guten online Unterricht abzuhalten.

Gleichzeitig sollen nun einige Dinge schnell geregelt werden, die schon lange überfällig sind:

Menschen engagieren sich

Auf der anderen Seite scheinen besonders „Innenpolitiker“ mit ihren Vorschlägen und Maßnahmen über das sinnvolle Maß hinauszuschiessen und damit die Akzeptanz der Maßnahmen insgesamt zu gefährden:

  • So werden in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen und Teilen Baden-Württembergs Namenslisten mit COVID-19-Erkrankten an die Polizei weitergegeben. Rein Polizeipraktisch stellt sich aber die Frage, wie das nutzen soll? Jemand der etwa randaliert, wird vorher kaum seinen kompletten Vor- und Nachnamen schreien, damit Anrufende bei der 110 diesen dann der Polizei mitteilen. Wenn nun bei der Polizei Listen mit COVID-19-Erkrankten angelegt werden, warum nicht auch welche mit an AIDS-, Masern-, Hepatitis- oder MRSA-Erkrankten oder Menschen mit psychischen Störungen? Warum diese nur zum „Eigenschutz“ an die Polizei weitergeben und nicht auch an den Rettungsdienst oder die Nachbarn?
  • Kastastrophal für Datenschutz und Digitale Souveränität unseres Landes und jedes einzelnen, wäre die Entwicklung einer Corona App durch mit US Geheimdiensten eng verknüpfte Datenkraken wie Palantir.
  • In NRW und Bayern wird derzeit auch ein Zwangsarbeit für Gesundheitsberufe diskutiert. Wenn das kommt, werden sich junge Menschen in Zukunft genau überlegen ob sie solche Berufe erlernen.
  • Gleichzeitig wurde die Aufnahme von Menschen in Not großer Not – etwa aus dem Lager Moira in Griechenland ausgesetzt – während Abschiebungen per Chartaflug in den Iran organisiert werden, mit Kosten von 100.000 EUR pro Person.
  • Die Ausgangsbeschränkungen sind in einer Reihe von Bundesländern äußerst strikt, so ist in Berlin schon das einzelne Sitzen auf einer Parkbank verboten, in Sachsen darf die Wohnung nicht „ohne triftigen Grund“ verlassen werden, teils sind die Regelungen so vage, dass sie zur Willkür geradezu einladen.

Diese Beispiele sind geeignet die Akzeptanz der gegenwärtigen notwendigen Beschränkungen zu zerstören und sollte überdacht werden.

Beatmungsgeräte selber bauen – vielleicht geht das

24. März 2020
so könnte es aussehen. Quelle: DIYBeatmungsgeraet.de

Kann man mit einfachen Mitteln, ein Beatmungsgerät bauen? Also mit Teilen aus dem 3D-Drucker und anderen Bauteilen, die nicht besonder schwer zu bekommen sind?

Artikel bei Heise.de von Guido Burger und mir dazu

Am Wochenede gab es einen Hackathon der Bundesregierung. Hackathon bedeutet, Interessierte treffen sich – in diesem Fall virtuell – und überlegen und bauen an Lösungen für Probleme. Teilweise kommen dabei Prototypen oder Klickdummies heraus, manchmal sogar fertige Lösungen. Übrigens war es der größte Hackathon der Geschichte und eine Reihe von Ländern will auch wleche Veranstalten.

Ich habe zusammen mit einer ganzen Reihe von Leuten am Projekt: „01_006_Medizingeräteherstellung_DIY-Beatmungsgerätgearbeitet. Das klingt jetzt erstmal irre: Kann man ein, möglicherweise CPAPfähiges, Beatmungsgerät aus einem Ambubeutel selbst bauen?

Wir haben im Rahmen des Hackaton auch schon mal erste Überlegungen angestellt und in einem YouTube Video von 2min Länge dokumentiert.

Das ist nun erstmal ein Anfang. Vielleicht sogar ein vielversprechender, gerade weil so viele engagierte Menschen dabei sind, einige auch von Medizintechnikfirmen.

Es geht darum, aus im Handel derzeit gut verfügbaren Teilen wie Beatmungsmasken und einem manuellen Beatmungsbeutel (sog. “Ambu-Beutel”) und einer vom Team derzeit entwickelten Mechanik zur automatischen Kompression des Beutels, einer einfache Sensorik und einer  Steuerung zur Atmungsunterstützung versuchen wir ein Gerät zur Beatmung zu konstruieren.

so könnte es aussehen

Dabei gibt es unterschiedliche Methoden einen Menschen künstlich zu beatmen. Die technisch einfachste Methode ist es die eigene Atmung auszuschalten, etwa durche ein Narkosemittel, einen Schlauch in die Luftröhre zu legen (die sogenannte Intubation) und dann ein Gerät einfach alle paar Sekunden einen bestimmtes Volumen Luft in die Lunge zu blasen.

Teile, wie etwa die Einhausung für einen Sensor, werden per CAD konstruiert.

Wir wollen auch schauen ob wir eine sogennante CPAP Beatmung, also eine Beatmung die durch den Atemantrieb des Patienten getriggert wird, hinbekommen. Das ist relativ schwierig, weil dazu das Gerät spüren muß ob der Patient atmen will und dann entsprechend Luft pusten.

Derzeit sind wir auch noch auf der Suche nach Medizinern oder Menschen die sich mit Beatmungstechnik auskennen.

Mehr Informationen und aktuelle Entwicklung unter:

Wie kann ich mich melden wenn ich helfen will?

Du kannst dich auf unsrem Github und Devpost anmelden. Oder per Email: DIYBeatmungsgeraet@gmail.com oder twitter https://twitter.com/beatmungsgeraet mit uns Kontakt aufnehmen. Unter http://diy-beatmungsgerät.de/ entseht in Kürze auch eine Webpräsens.

Update: 26.3. 10:15: Unterschiedliche Projekten wurden von Robert Lee Read untersucht und gescort. Unseres scheint sehr weit oben zu stehen.

Türe aufmachen ohne Klinke anzufassen

24. März 2020

Tür mit Ellenbogen runterdrücken

Eine der Übertragungsmöglichkeiten für Krankheiten – nicht nur den Covid19 Erreger – sind Türklinken. Die fasst man an um Türen aufzumachen. Während man eine Tür, die sich von einem Weg öffnet, leicht mit dem Ellenbogen runterdrücken kann und dann nach vorne wegstoßen, geht das bei Türen, die sich zu einem öffnen leider nicht. Meistens rutscht dabei der Ellenbogen von der Klinke und man hat auch gar nicht genug „Grip“ um die Tür aufzumachen.

Adapter mit Beschriftung

Geniale belgische Designer haben nun eine ganze Reihe von Adaptern entwickelt, die es erlauben Türen eben nicht anfassen zu müßen. Ich habe bei mir im Mehrfamilienhaus nun an den Türen an denen viele Menschen vorbeikommen: Eingang, Tiefgarage, Treppenhaus, jeweils solche Adapter angebracht.

Noch bin ich am Lernen, was man beachten sollte. Man braucht:

  • Schrauben M4 16mm oder 20 mm
  • Muttern für die M4 Schrauben
  • Gummi: Entweder einen Fahrradschlauch den man zerschneidet oder die Gummis von Einweckgläsern.
  • Druckdatei von Materialise

Noch haben ja die Baumärkte geöffnet, auch wenn nur noch ein paar Menschen hereindürfen.

Einige Tipps:

Zum Anbringen, am besten die Muttern mit Kreppband festkleben, dann fallen sie nicht raus und man hat es einfacher:

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