Archive for the ‘Erste Hilfe’ Category

Rettungsdienst-Schichten nicht besetzt: Auch ein Problem in Südbaden

6. Februar 2018

Als Reaktionen auf die große SWR Recherche gabe es im Landtag, auf Antrag der FDP eine Debatte. Das Video ist verlinkt (Debatte geht ab 1:21:37 los – geht ca 2h). Der SWR fasst das ganze auch in einem Artikel schön zusammen:

Auf meinen Blogartikel, die LIFG Anfrage und die Anfrage im Gemeinderat (außerhalb von Sitzungen) von Junges Freiburg, habe auch ich zahlreiche Zuschriften und positive Rückmeldungen von Mitarbeitenden aus den Rettungsdiensten in Südbaden bekommen.

So schreiben mir Mitarbeitende aus dem Landkreis Emmendingen:

„wenn man Glück hat fährt Nachts überhaupt ein Auto in Elzach. Geht schon soweit dass wenn sie niemand finden ein RS (Rettungssanitäter, AdR) aufm NEF (Notfalleinsatzfahrzeug, sollte nach Gesetz mit einem Rettungsassistenten besetzt sein) sitzt.

Aus dem Landkreis Lörrach weiß ich, das es ähnliche Probleme gibt, so wurde etwa im September 2015 Nachts der zweite Rettungswagen in Lörrach nahezu durchgängig nicht besetzt und es gab auch große Ausfälle beim Krankentransport. Auch heute scheint es in Lörrach ausfälle bei Rettungswagenschichten zu geben. Für den Landkreis Lörrach habe ich eine ähnliche LIFG Anfrage, wie für die Stadt Freiburg gestellt.

Sicherlich gibt es Personalnot auch in anderen Bereichen, von Bundeswehr, über Bäcker bis Zimmerleute. Aber der Unterschied zur „freien Wirtschaft“ ist, dass wenn ein Bauunternehmen nicht genug Personal hat, dass es dann weniger Aufträge annimmt und die Leute eben länger warten müßen bis ein Haus fertig ist. Aber beim Rettungsdienst und der Krankenpflege gefährdet Personalmangel Leben!

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Wie gesagt, es ist aus meiner Sicht unvorstellbar, dass die DRK Landesgeschäftsführer – für Südbaden wäre das Frau Wiloth-Sacherer – über diese Zustände nicht informiert sind und erst aus einer SWR Doku darüber erfahren.

Die Stuttgarter Zeitung bereichtet über eine Bürgerinitative die sich der Sache annimmt:

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Und in der Sache einen Brandbrief an den Ministerpräsidenten geschrieben hat. Den Forderungen und den angesprochenen Problemen kann ich vollständig zustimmen.

UPDATE: Eingangsbestätigungen meiner LIFG Anfragen, liegen inzwischen von der Stadt Freiburg und dem Landkreis Lörrach vor. Die Stadt Freiburg hat die Anfrage, an den Kreisbereichsausschuss weitergeleitet.

 

Und dann noch das Thema Kindernotfallpraxis

Aber auch in Freiburg gibt es nicht nur im Rettungsdienst Probleme. Scheinbar hat das St. Josefskrankenhaus beschlossen die Pflegekraft, die sich Nachts um die Kindernotfallpraxis kümmert einzusparen und den Betrieb von der chirugischen Ambulanz miterledigen zu lassen:

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Zum Einsatz des kommunalen Vollzugsdienstes

19. Oktober 2017

Seit dem 11.10 ist der kommunale Vollzugsdienst in Freiburg tätig. Vorgehen soll er gegen Wildpinkeln, Ruhestörung oder das Nächtigen von Obdachlosen in der Innenstadt. Endlich tut jemand irgendwas gegen die imaginierte Verbronxisierung der Innenstadt.

Aber wie soll das gehen? Zu den Dienstzeiten zwischen 9 und 21 Uhr pinkelt keiner wild, Tagsüber beschwert sich keiner über Ruhestörung in der Innenstadt, selbst bis 24 Uhr am Wochenende geht es da eher gesittet zu.

Dafür hat man jetzt Personal um Radler auf der Kajo zu verwarnen.  Während Geschwindigkeitsübertretungen von Autofahrern tatsächlich Menschenleben gefährden.

Hier wird dem Bürger ein (kommunales) Sicherheitstheater vorgespielt.

Während es bei Kernbereichen der Sicherheit schon jetzt Einschränkungen für den Bürger gibt: Etwa der Personalmangel im Rettungsdienst, der zum zeitweiligen Abmelden von Rettungswagen führt. Ein Katastrophenschutzzentrum das eine bauliche Katastrophe ist. Die Vernachlässigung der Erste-Hilfe Ausbildung. Krankenhäuser die zeitweise keine Kapazität mehr haben um akut Kranke aufzunehmen, die ihre Pflegestellen selbst in der Notaufnahme nicht mehr besetzt bekommen oder auch den Rückgang der Schwimmfähigkeit, wodurch die Gefahr von Badeunfällen steigt.

Aber das sind alles Bereiche bei denen es schwierig ist Politik zu machen, bei denen Veränderungen Geld kosten, bei denen man sich mit starken Interessengruppen anlegen müsste, bei denen man als Bürger selbst aktiv werden müsste oder nachdenken und bei denn man als Politiker keine einfachen Antworten auf Fragen präsentieren kann.

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Nicht Kommunaler Ordnungsdienst, dafür gabe es im Gemeinderat keine Mehrheit, sondern Kommunaler Vollzugsdienst. Hier ist die Stadtpolizei auf dem offiziellen Foto der Stadt abgebildet. Quelle: http://www.freiburg.de/pb/,Lde/1149399.html

Und selbst beim “subjektiven Sicherheitsgefühl” wird er nicht viel bringen. 

Die Polizeiliche Kriminalstatistik weißt eine erhöhte Kriminalitätsbelastung in der Innenstadt vor allem Wochenende nachts aus. Und wenn es nun um das subjektive Sicherheitsgefühl ginge, dann sollte man sich um die tatsächlich Betroffenen kümmern: Junge Frauen und Männer, Anfang 20, die Nachts an bestimmten Haltestellen, in bestimmten Parkanlagen zu recht Angst haben. Aber da hat der Kommunaler Ordnungsdienst dann längst Dienstschluss. (more…)

Das hört man gern: EH Kurs an der Weiherhofschule kam gut an

14. Juli 2012

Ich habe folgende Email weitergleitet bekommen:

Von: Veronika T*********
Gesendet: Mittwoch, 11. Juli 2012 14:32
An: Zentrale-KV
Betreff: Danke für den tollen Erste-Hilfe Kurs i.d. Weiherhofgrundschule
 
Sehr geehrte Frau H*** ,
 
Vielen Dank für die „Junior-Helfer“- Bescheinigungen  ! Ein herzliches Dankeschön an den Kursleiter Herrn Müller , die Kinder hatten sehr großen Spaß am Erste – Hilfe Kurs !
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Veronika T********

Das freut mich doch sehr, dass die Kinder der Weiherhofgrundschule sich so darüber freuen. Der DRK Kreisverband Freiburg bietet übrigens Kurse für Kinder, Senioren und normale Erwachsene an. Wer besonderen wert darauf legt kann auch mich buchen!

s von der Weiherhofgrundschule hier eines von einer Schule aus Curup in Indonesien

s von der Weiherhofgrundschule hier eines von einer Schule aus Curup in Indonesien

So ein Kurs macht auch schon im Grundschulalter Sinn und ich muß sagen die Kinder an der Weiherhofschule waren sehr motiviert und hatten schon viel vorwissen.

Hier noch ein paar Tipps was man außer Erste-Hilfe noch machen kann um dem Rettungsdienst das Leben und Helfen zu erleichtern: (LINK)

Anrufe vom Chef

1. April 2012
Im Zweifel rechts

Im Zweifel rechts abbiegen

Es ist 22:50, eine Uhrzeit zu der rechtsschaffende junge Menschen wie ich, bereits im Bett liegen um bei einem Buch von Habermas oder über Paktistan noch ein wenig Ruhe zu finden, bevor man schläft. Doch plötzlich reisst einen ein klingelndes Handy (eigentlich nie ein Telefon) aus der Präschlafphase. Im moment in dem man abhebt hat man bereits verloren.

In einer verwegenen Mischung aus Telefonmarketing: „Interessante Schicht“, „spannende Fahrten“, „Motivierte FSJler“, werden einem die wildesten Versprechungen gemacht. Von denen schon beide Seiten im Moment des Mundverlassens wissen, dass diese nicht wahr sein können. Gleichzeitig werden die teuflischen Konsequenzen beschworten wenn man die offerierten Schichten nicht annehmen sollte, diese liegen meist zwischen sofortigem und dauerhaftem Ende jedweder Freundschaft und Zusammenbruch des öffentlichen Rettungsdienstes in Süddeutschland, oder so.

Kompetenz

Kompetenz

Besonders bei den Versprechungen „Interessante Schicht“ und „spannende Fahrten“ werde ich ja persönlich sehr skeptisch. Sollte es sich heraustellen, dass es dabei nicht nur um leere Versprechungen handelt sondern um kommende Wahhaftigkeiten, wäre ja der Betreffende Anrufer entweder mit Präkognition ausgestattet – wüßte also was am kommenden Donnerstag zwischen 17:00  – 23:00 passiert. Oder er würde selber gar für die spanennde Schicht (Explosion eines Tanklastzuges, Versorgung eines erkrankten Ailens, neuer Superbazillus) sorgen, wäre irgendwie noch bedenklicher.

Eine weitere Variante des Anrufs, allerdings noch dramatischer, ist es Samstags morgens gegen 8:30 anzurufen.

„Hab ich dich geweckt?“
„Nein, das klingelde Handy wars“
„Ah gut. Sonst hätte ich ein schlechtes gewissen. Du uns sind Leute krank geworden, kannst du kommen?“

Es gibt übrigens auch eine schöne Serie aus Australien, die das Leben und Streben der dortigen „Paramedics“ beschreibt:

Das habe ich übrigens von einem sehr schönen Blog, irgendwo aus der Schweiz: http://alltagimrettungsdienst.wordpress.com/

Maus im Stiefel

26. Dezember 2011

Im Laufe einer Karriere beim Rettungsdienst passiert ja schon so einiges lustiges und nachdenkliches. Nun auch dieses, fast schon eine Geschichte die zur kommendne Weihnachtszeits passt.

Eines morgens begab sich ein Kollege zu Schichtbeginn beim Umziehen zu seinem Stiefel. Nachdem man Hose und Polohemd angezogen hatte, schlupfte er auch in seinen Stiefel. Doch oh was. Es fühlte sich flauschig und warm an in seinem Stiefel, hatte er etwa seinen Socken vergessen?

Schnell den Fuß heraus und den Stiefel umgedreht. Was war nun drin? Eine kleine graue Maus, die es sich dort bequem gemacht hatte. Schlieslich ist ja so ein Stiefel auch ein warmes und angenehmes Plätzchen. Die Maus fiel aus dem Stieel heraus und sprintete davon.

Fragt sich nur wo die Rettungswachenkatze „Lucy“ eigentlich zu dem Zeitpunkt war…