Posts Tagged ‘Badische Zeitung’

5G Gegner: Panikmache und Framing statt Information.

15. Oktober 2019

Die Freiburger 5G Gegner verbreiten grundlos Angst: Für Ihre Behauptungen „Handy Strahlung“ – ohne Framing würde man von Radiowellen innerhalb der Grenzwerte sprechen – könnten alle möglichen Krankheiten und insbesondere Krebs verursachen gibt es keine wissenschaftliche Grundlage.

Die von ihnen angeführten Studien sind entweder methodisch fragwürdig oder sie wurden von den Wissenschaftlern zurückgezogen, ihre Ergebnisse waren nicht reproduzierbar oder sie wurden inzwischen wiederlegt. Dies im Detail auszuführen würde den Umfang eines Leserbriefs sprengen, kann aber auf meinem Blog nachgelesen werden.

(more…)
Werbeanzeigen

Kein Kahlschlag für 200 Parkplätze am Thermalbad

21. Juli 2019

Leserbrief zu „So weit sind die Sanierungsarbeiten im Freiburger Eugen-Keidel-Bad“ von Jelka Lousia Beule am 19. Juli 2019

Am Freitag haben laut Badischer Zeitung über 7500 (junge) Menschen gegen die Untätigkeit der Regierenden und gegen den Klimawandel demonstriert.

Am gleichen Tag erschien ein Artikel in dem über die Erneuerung des Eugen-Keidel-Bads berichtet wird. Grundsätzlich ein sinnvolles Projekt. Ein Detail stößt allerdings befremdlich auf: „Geplant sind zudem 200 neue Parkplätze. Für diese werden 190 Bäume fallen.“ Der Artikel erklärt weiter, dass das Fällen der Bäume baurechtlich zulässig sei und auch an anderer Stelle bereits neue Bäume gepflanzt werden.

Dennoch frage ich mich ob die Verantwortlichen aus Aufsichtsrat, also Stadträt*innen und Oberbürgermeister Horn hier Bürger*Innen für dumm verkaufen. Auf der einen Seite treten diese bei Fridays for Future (diverse Stadträte) auf, plakatieren „Öko? Logisch“ (Martin Horn) und erzählen wie ernst sie die Forderungen von Fridays for Future nach mehr Klimaschutz nehmen (Wahlkampf, quasi jeder) und auf der anderen Seite sorgt eine Mehrheit im Aufsichtsrat – wohl gegen die Stimmen der Grünen – für eine Konzeption mit mehr Parkplätzen und Baumstilllegungen.

Verkehrswende, Klimaschutz, Greencity: Alles das geht anders.

Warum nicht das Geld verwenden für einen gescheiten Busverkehr (10 min Takt)? Für eine attraktive Bushaltestelle? Für einen Rabatt für alle, die nicht mit dem Auto kommen? Aktuell fährt von und zum Keidelbad alle halbe Stunde ein Bus, wahrlich kein attraktives Angebot, das Menschen zum Umsteigen bewegt. Der Fahrradweg ist unbeleuchtet und führt durch den Wald.

(more…)

Wahlkampfmerkwürdigkeiten: Freiburger Informations- und Meinungsportal (FRIMP)

23. Januar 2019

FRIMP was so genial klingt wie FILZ (Freiburger Initiative gegen Lärm und Zwangsbeschallung) und vorgibt „einen Beitrag zu leisten, um die Wähler*innen im Vorfeld des Bürgerentscheids über Pro und Contra einer Bebauung zu informieren“, wird wahrscheinlich vom Freiburg Lebenswert-nahen ehemaligen OB Kandidaten Anton Behringer betrieben. Zumindest hat seine IT Firma, die gleiche Adresse, die auch im Impressum von „FRIMP“ gennant wird.

Die Website hat Google Ads auf verschiedene Keywords rund um Dietenbach geschaltet, etwa „Dietenbach, Bürgerentscheid Freiburg, Bürgerentscheid“, sowohl mobil als auch auf dem Desktop. Dabei ist die Zielrichtung klar, in von Freiburg Lebenswert bekannter Manier wird den Freiburger Medien eine einseitige Berichterstattung vorgeworfen.

Was einigermassen absurd erscheint, da etwas heute nahezi eine ganze Seite Anti-Stadtteil-Dietenbach Leserbriefe in der Badischen Zeitung veröffentlicht werden.

Badische Zeitung, Seite 2 des Lokalteils 23.1.2019.

und auch sonst die BZ ziemlich umfassend über die Aktivitäten der Dietenbachgegner berichtet von Anfang an. Die verlinkten Artikel sind jeweils Beispiele. Allerdings passt diese Beschwerden zu Freiburg Lebenswert, so hatten sie schon während des Stadionbürgerentscheids argumentiert.

Kampfabstimmung? Prestigeprojekt – Zwei Anmerkungen zu politischen Begriffen

18. Oktober 2017
Ich habe einen Leserbrief an die Badische Zeitung gerichtet und mich mich zwei Begriffen aus dem Freiburger politischen Diskurs beschäftigt.
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Badische Zeitung berichtet von einer bevorstehenden “Kampfabstimmung” um den Vorsitz der Freiburger SPD (siehe: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/uwe-stoehr-tritt-gegen-spd-parteichef-julien-bender-an–143373295.html) aber auch in anderen Artikeln wird immer dieser Begriff gebraucht, etwa über die Fassade einer Schule in Gottenheim (http://www.badische-zeitung.de/merdingen/kampfabstimmung-ueber-neues-gesicht-der-hermann-brommer-schule–133527116.html)
Diesen Begriff finde ich seltsam: Sprachlich würde man von einem Oxymoron oder einem Widerspruch in sich sprechen. Entweder gibt es einen Kampf, etwa in dem Julien Bender und Uwe Stöhr in einen Boxring steigen und wie die alten Germanen sich solange um die Häuptlingswürde prügeln bis einer aufgibt. Sicher wäre das nicht nur spannendes Kopfkino, sondern in einer Partei die geschlagene Wrestler wie Matthias Ilgen in den Bundestag brachte, nicht undenkbar –  Oder die SPD ist eine moderne, demokratische Partei und in einer solchen ist es normal das es mehrere Kandidaten für Ämter gibt und die Mitglieder dann auswählen können.
Das finde ich deutlich besser als das im Hinterzimmer ein Reihe von Parteigranden die Personalien auschnapst.
DMgNhQqW0AUisFJ

Die Grünen haben im Bundestagswahlkampf darunter gelitten, das keine Frau genug war, sich gegen Kathrin Göring-Eckhardt hinzustellen und zu kandidieren und die CDU leidet gerade darunter, dass niemand offen formuliert wer die personelle Alternative zu Angela Merkel wäre.

Eine weitere seltsame Formulierung auf die man gelegentlich im trifft, ist das “Prestigeprojekt” zuletzt etwa in einer Pressemitteilung der Grünen Alternativen, die den Bau von Stadtbahnen zur neuen Messe und über den Rotteckring als solche beschreibt. Auch die Stadiongegner oder die Gegner von Stuttgart 21, die Befürworter und Gegner des Nationalparks oder der Landesgartenschau in Neuenburg beschreiben die Projekte als “Prestigeprojekte”.

Das Wörterbuch erläutert: „Prestige bezeichnet den Ruf (Leumund) einer Person, Sache oder Institution.(…) Ein Prestigegewinn kann beispielsweise erreicht werden durch herausragende Leistungen, aber auch durch den Erwerb und das Präsentieren von Statussymbolen oder durch demonstrativen Konsum.”
Daher die Gegner insinuieren, dass durch ein “Prestigeprojekt” lediglich der Ruf eines Politikers gesteigert werden soll, dies aber sonst keinen Nutzen hätte oder sogar Schaden verursachen würde.

Was aber mir nicht wirklich logisch erscheint: Entweder ist ein Projekt sinnvoll und bringt gesellschaftlichen Mehrwert, dann steigert es sicher das Ansehen der Projektbefürworter oder Initiatoren. Oder aber es ist schädlich und die Initiatoren müßen sich fragen lassen, warum dafür öffentliche Mittel verwendet wurden. Dann steigert es aber sicher nicht ihr Prestige.

Update zu: „einige Anmerkungen zu: Bergwacht rettet…“

23. Juli 2017

Am 19.7. habe ich einen Beitrag gepostet in dem ich die Berichterstattung der Badischen Zeitung über einen Einsatz den ich mit der Bergwacht hatte, kritisierte.

Inzwischen habe ich auch eine leicht modifizierte Version des Beitrages als Leserbrief an die Badische Zeitung gesendet. Ich werde jetzt den ganzen Brief hier nicht wiedergeben, sondern die – in meinen Augen – wesentliche Einleitung:

„(…) die Rettung des verunfallten Mountainbiker vom Rosskopf war eine gemeinsame Leistung von Bergwacht, dem Freiburger Rettungsdienst des DRK und der Malteser und der Polizei. Als Beteiligter empfände ich es angemessen, wenn der Bericht darüber und auch die Überschrift, dies widerspiegeln würde.“

Inzwischen hat mir Simone Lutz von der Badischen Zeitung geantwortet:

„Mir ist klar, dass die Darstellung in der BZ für die anderen an der Rettungsaktion beteiligten Kräfte unbefriedigend sein muss. Allerdings handelt es sich dabei um ein grundsätzliches Problem, das wir als BZ nicht lösen könne“

Der Bericht beruhe im wesentlichen auf den Pressemitteilungen der Bergwacht und der Polizei. Ich hätte gerne beide verlinkt auf dereren Websiten nicht gefunden. Im Grunde kann man aber sagen, dass die Badische Zeitung die Pressemitteilung der Bergwacht 1:1 übernommen hat und nur die Überschrift getauscht.

Inhaltlich zieht sich die Badische Zeitung darauf zurück, dass sie nicht ahnen könne wer alles beteiligt gewesen wäre und:

„Deshalb mein Vorschlag, die Nachricht gleich an der Quelle vollständig zu verfassen. Ob das praktikabel ist, müssen natürlich Sie entscheiden.“

Meiner Ansicht ist das eben leider nicht praktikabel und das habe ich auch der Badischen Zeitung zurück geschrieben. Für die Bergwacht geht es in hohem Maße darum sich zu finanzieren, diese Finanzierung erfolgt im Gegensatz zum öffentlichen Rettungsdienst nicht im wesentlichen über die Kostenerstattung für die Einsätze, sondern über Fördergelder (deren Bedarf man politisch-öffentlich Begründen muß) und Spenden (für die man Öffentlichkeitsarbeit machen muß). Daher wird es wenig Bereitschaft geben alle anderen auch mitzuerwähnen. Als Zeitung sollte man meiner Meinung immer hinterfragen ob das was in einer Pressemitteilung steht, plausibel sein kann und ggf. nachfragen.

Für meinen Leserbrief bzw. Facebookeintrag habe ich von meinen Kolleg*innen viel Zuspruch erhalten.