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Update zu: „einige Anmerkungen zu: Bergwacht rettet…“

23. Juli 2017

Am 19.7. habe ich einen Beitrag gepostet in dem ich die Berichterstattung der Badischen Zeitung über einen Einsatz den ich mit der Bergwacht hatte, kritisierte.

Inzwischen habe ich auch eine leicht modifizierte Version des Beitrages als Leserbrief an die Badische Zeitung gesendet. Ich werde jetzt den ganzen Brief hier nicht wiedergeben, sondern die – in meinen Augen – wesentliche Einleitung:

„(…) die Rettung des verunfallten Mountainbiker vom Rosskopf war eine gemeinsame Leistung von Bergwacht, dem Freiburger Rettungsdienst des DRK und der Malteser und der Polizei. Als Beteiligter empfände ich es angemessen, wenn der Bericht darüber und auch die Überschrift, dies widerspiegeln würde.“

Inzwischen hat mir Simone Lutz von der Badischen Zeitung geantwortet:

„Mir ist klar, dass die Darstellung in der BZ für die anderen an der Rettungsaktion beteiligten Kräfte unbefriedigend sein muss. Allerdings handelt es sich dabei um ein grundsätzliches Problem, das wir als BZ nicht lösen könne“

Der Bericht beruhe im wesentlichen auf den Pressemitteilungen der Bergwacht und der Polizei. Ich hätte gerne beide verlinkt auf dereren Websiten nicht gefunden. Im Grunde kann man aber sagen, dass die Badische Zeitung die Pressemitteilung der Bergwacht 1:1 übernommen hat und nur die Überschrift getauscht.

Inhaltlich zieht sich die Badische Zeitung darauf zurück, dass sie nicht ahnen könne wer alles beteiligt gewesen wäre und:

„Deshalb mein Vorschlag, die Nachricht gleich an der Quelle vollständig zu verfassen. Ob das praktikabel ist, müssen natürlich Sie entscheiden.“

Meiner Ansicht ist das eben leider nicht praktikabel und das habe ich auch der Badischen Zeitung zurück geschrieben. Für die Bergwacht geht es in hohem Maße darum sich zu finanzieren, diese Finanzierung erfolgt im Gegensatz zum öffentlichen Rettungsdienst nicht im wesentlichen über die Kostenerstattung für die Einsätze, sondern über Fördergelder (deren Bedarf man politisch-öffentlich Begründen muß) und Spenden (für die man Öffentlichkeitsarbeit machen muß). Daher wird es wenig Bereitschaft geben alle anderen auch mitzuerwähnen. Als Zeitung sollte man meiner Meinung immer hinterfragen ob das was in einer Pressemitteilung steht, plausibel sein kann und ggf. nachfragen.

Für meinen Leserbrief bzw. Facebookeintrag habe ich von meinen Kolleg*innen viel Zuspruch erhalten.

 

einige Anmerkungen zu: „Bergwacht rettet schwer verletzten Mountainbiker am Rosskopf“

19. Juli 2017

Die Badische Zeitung berichtet heute:

„Bergwacht rettet schwer verletzten Mountainbiker am Rosskopf

Aufregung am Rosskopf im Freiburger Stadtwald: Am Montag Abend war ein Mountainbiker gestürzt – ein 15 Zentimeter langer Ast bohrte sich in seinen Unterschenkel.“

ich möchte zum Bericht folgende Anmerkungen machen: „Am Montag Abend gegen 20.45 Uhr wurden die Freiburger Bergretter der Bergwacht Schwarzwald alarmiert“. (Kursiv jeweils Zitate aus dem Bericht der Badischen Zeitung) Das ist richtig, richtiger wäre aber zu schreiben: „Am Montag Abend gegen 20.45 Uhr wurde ein Rettungswagen der Malteser, ein Notarzteinsatzfahrzeug des DRK, zwei Polizeistreifen und die Bergwacht alarmiert.“

„Die genaue Unfallstelle war zunächst unklar, sodass zwei Streifenwägen der Polizei ebenfalls nach dem Verletzten im Wald suchten“. Nach meiner Erinnerung suchten die Besatzungen der Streifenwagen und fanden den Verunfallten. Sie lotsten das Notarzteinsatzfahrzeug, den Rettungswagen und die Bergwacht, die als letztes Eintraf zur Einsatzstelle.

„Bei dem Sturz hatte sich der Mann eine Verletzung zugezogen: Ein circa 15 Zentimeter langer Ast steckte in seinem Unterschenkel.“ Nach meinem Wissen, wurde der Ast aufgeschleudert, durchborte den Unterschenkel. Die Betreffende Person sei dann nicht gestürzt sondern abgestiegen und habe die 110 gerufen.

„transportierten die sechs Bergretter den Patienten mit einer Gebirgstrage zum nächsten Waldweg“. Ich würde gerne hinzufügen: Beim Transport halfen vier Polizeibeamt*innen und vier Rettungsdienstmitarbeiter und ein Notarzt.

Anfügen möchte ich auch einige Anmerkung: An diesem Tag hatte ich von 14 bis 21 Uhr Dienst, wir haben also für die Rettung der Person 1,5 Überstunden gemacht. In unserer regulären Dienstzeit haben wir bereits vier Patienten versorgt, einen Arbeitsunfall, einen weiteren verunfallten Fahrradfahrer der einem Auto ausweichen mußte, eine junge Frau mit Verdacht auf Lungenembolie und einen verunfallten Herrn am Dreisamufer. Alle diese Fälle waren nicht spektakulär, sondern reguläres Geschehen des Freiburger Rettungsdienstes. Unsere Kollegen waren ähnlich beschäftigt. Die Notaufnahmen der von uns angefahrenen Krankenhäuser waren zumindest gefühlt voll und in einem Fall mußten wir mit mehreren Krankenhäusern telefonieren um eine Aufnahme sicher zustellen.

Sicher macht es für eine Organisation wie die Bergwacht Sinn ihre Arbeit und das Engagement ihrer Ehrenamtlichen transparent in den Medien darzustellen. Wir sollten aber darüberhinaus nicht vergessen, dass ein Großteil der „Rettung“ in Freiburg von Haupt- und Nebenamtlichen Mitarbeiter*innen von DRK und Maltesern geleistet wird.

Wir sollten auch nicht vergessen, das auch hier die Landeszuschüsse die Kosten eines neuen Rettungswagen nicht abdecken und das es außerhalb Freiburgs für den Rettungsdienst teilweise schwierig sein kann Personal zu finden.