Posts Tagged ‘Brief’

Wider das Leseverbot im Eugen-Keidel-Bad

6. März 2019

Ich habe an den Geschäftsführer der Freiburger Kommunalbauten als Betreiber des Eugen-Keidel-Bades geschrieben und darum gebeten, das Leseverbot in der Sauna aufzuheben.

Betreff: Leseverbot in der Sauna

Sehr geehrter Herr Klausmann,sehr geehrte Damen und Herren,
Am Sonntag, den 3.3. war ich aufgrund einer Zerrung im Eugen-Keidel-Thermalbad und der dortigen Sauna. An diesem Tage war es gefühlt voll, trotz der Maßnahmen zur Attraktivitätsreduktion in dieser städtischen Einrichtung

Während ich also in der Sauna saß, laß ich ein Buch. Leseförderung ist ja ein Anliegen der Stadt Freiburg, siehe etwa die Drucksachen ASW-18/003 oder KA-17/003. Still vertieft in Peter L. Berger, Thomas Luckmann: „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie“ trat plötzlich ein Angestellter auf mich zu:
„Ich will ja nicht pingelig sein, aber Buch lesen ist in der Sauna nicht erlaubt“, waren seine Worte. Darauf verließ ich ein wenig konsterniert die Sauna.

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Frei.Burg nicht „Frei.Wild“

11. Dezember 2017

Völlig unkommentiert übernimmt die Badische Zeitung die Pressemitteilung des Konzertveranstalters von „Frei.Wild“ und weißt, darauf hin, das am Sa, 28. April 2018, 19:30 Uhr in der SICK Arena ein Konzert der Rechtsrock GruppeFrei.Wild“ stattfindet. Den Vorverkauf machen die BZ Geschäftstellen übrigens auch gleich.  (Netter Zeit Artikel zu der Gruppe)

Deshalb habe ich an Oberbürgermeister, den Aufsichtsrat der FWTM (alles Stadträte) und an den Namensgeber der Arena, die Firma SICK aus Waldkirch einen Brief geschrieben. Im folgenden der Brief, den ich heute verschickt habe.

Die Fraktionsgemeinschaft um Junges Freiburg hat dazu auch eine Anfrage verfasst.


Der Text der Anfrage:

Betreff: Konzert der Musikgruppe Frei.Wild am Sa, 28. April 2018, 19:30 Uhr in der SICK-Arena / Neue Messe

Sehr geehrte Herr Oberbürgermeister Dr. Salomon,
sehr geehrte Herr Geschäftsführer Strowitzki und Dallman,
sehr geehrte Damen und Herren des Aufsichtsrates,

im Rahmen ihrer Deutschlandtournee besucht die Südtiroler Deutschrock Gruppe „Frei.Wild“ Freiburg und gibt auf der von der FWTM verwalteten Messe ein Konzert. (Den Veranstaltungshinweis finden Sie auf BZ Ticket: http://bz-ticket.de/frei-wild-tickets-sick-arena-messe-freiburg-freiburg)

Ich finde es befremdlich, dass die Stadt Freiburg einer solchen Gruppe, die mit ihrer Musik völkisches Gedankengut verbreitet, einen deart breiten Raum bietet.

Die SICK Arena bzw. neue Messe in Freiburg (Bild: Wikipedia)

 

Lassen sie mich kurz einige leicht recherchierbare Dinge über die Gruppe aufzählen, weswegen ich diese für problematisch halte:

Der Lead-Sänger der Gruppe sang vor seinem Eintritt bei „Frei.Wild“ in der Rechtsrock-Band Kaiserjäger. Im Jahre 2008 wollte die Band auf einer Veranstaltung der Südtiroler Partei Die Freiheitlichen auftreten.

Der Journalist Thomas Kuban ordnete im Februar 2012 „Frei.Wild“ dem Begriff Identitätsrock zu, der in der Neonazi-Szene verbreitet sei. Das Album “Feinde deiner Feinde” ordnete er 2013 dem Rechtsrock zu. In den auf dieser CD enthaltenen Texten gebe es subtile Andeutungen, mit denen „auch Neonazi-Bands arbeiten“ würden.

Im Lied „Gutmenschen und Moralapostel“ würden Frei.Wild auf das antisemitische Stereotyp von angeblich reichen Juden anspielen.[1] Daneben spielt die Gruppe auch auf eine vermeintliche Holocaustindustrie an: Sie singen von Gutmenschen, die alles tun, um „die Geschichte, die noch Kohle bringt, ja nicht ruhen zu lassen”.

Im Lied mit der Textpassage „Heut gibt es den Stempel, keinen Stern mehr“, die sich im vorgeblich Faschismus-kritischen Lied “Wir reiten in den Untergang” auf das politische Abstempeln der Band bezieht, verharmlost Frei.Wild laut Kuban die Judenverfolgung.[2]

Kritiker wie der Rechtsextremismusexperte Andreas Speit oder die Band Jupiter Jones werfen der Musikgruppe vor, klassische Rechtsrock-Themen zu besetzen und so für den Mainstream tauglich zu machen.

Im Jahr 2017 gelangte die Musiksoziologin Friederike Haupt zur Einschätzung, dass die Musik von Frei.Wild ein Südtiroler Opferimage und „Blut und Boden“-Motive bediene. Dabei würden „altväterliche, ungelöste Patriotismus-Fragen (…) ausgenützt, um sich selbst zu heroisieren.“

Hier nur einige Textbeispiele, um diese Thesen zu untermauern.
Etwa im Lied „Land der Vollidioten”:
„Kreuze werden aus Schulen entfernt, aus Respekt
Vor den andersgläubigen Kindern”[3]
oder in
“Nennt es Zufall / Nennt es Plan”:
„Haben Leute verdroschen, über die Folgen nicht nachgedacht (…).
Keine Gefangenen gemacht
Wir haben gesoffen und geboxt, standen oft vorm Richter
Keine Reue, haben darü
ber gelacht.[4][5]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Musikgruppe sprachliche Codes der deutschen rechten Szene bedient und dabei so klug ist, dass sie krasse Provokationen oder offene – strafrechtlich relevante – Holocaustleugnung unterlässt und sich konservativ einkleidet. Dabei kommt ihr zugute, dass sie eben nicht aus Deutschland oder Österreich stammen, Länder in denen solche Positionen lange kaum salonfähig gewesen waren, sondern aus Südtirol und sich die “Heimat” immer auf Südtirol beziehen lässt, auch wenn die bewusst offen bleibt und dadurch und vor dem Hintergrund der Geschichte Südtirols, eben gerade auch für “Großdeutschland” stehen kann. (more…)

Antwort vom Innenministerium

6. März 2017

Vor einigne Wochen habe ich an das Innenministerium geschrieben, in dem ichden Innenminster gebeten hatte, sich um die Personalsituation im Rettungsdienst zu kümmern.

Inzwischen kam die Antwort:

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Leider so ein Lala Brief.

Nachdem am Samstag auch noch ein Artikel in der Badischen Zeitung erschien, der leider voller sprachlichen Unklarheiten ist, habe ich mich entschlossen diesen Brief, der eigentlich zeigt das es auf der politischen Ebene noch nicht so richtig angekommen ist, was dieser Personalmangel bedeutet.

Zum Artikel in der Badischen Zeitung: Dort wird der Begriff Rettungs- und Krankenwagen synonym verwendet. Das mögen sie im allgemeinen Sprachgebrauch durchaus sein, sie sind es aber in der Fachsprache nicht.

Siehe dazu auch den Wikipedia Artikel: „Ein Rettungswagen (RTW) ist ein Fahrzeug des Rettungsdienstes für die Notfallrettung. Er wird benutzt, um Notfallpatienten zu versorgen und in eine spezialisierte Klinik zu transportieren. Eine umgangssprachliche, aber unpräzise Bezeichnung ist die Abkürzung Sanka für Sanitätskraftwagen. Vom RTW zu unterscheiden sind der Krankentransportwagen (KTW), der für den notfallmedizinisch in der Regel unkritischen Krankentransport vorgesehen ist, der Notarztwagen (NAW), der im Gegensatz zum Rettungswagen zusätzlich mit einem Notarzt besetzt ist, sowie der Intensivtransportwagen (ITW), der hauptsächlich zur Verlegung von Patienten mit kritischem Gesundheitsstatus in ein anderes Krankenhaus gedacht ist.”

Zudem sind darin auch fachlich falsche Aussagen: „Denn die letzten Rettungssanitäter beendeten 2015 ihre Ausbildung. Sie dürfen übergangsweise noch weiter Krankenwagen fahren und können sich weiterqualifizieren.”
Rettungssanitäter gibt es weiterhin, die Ausbildung hat sich vom Umfang her nicht geändert. Diese Personen sind wie auch schon seit den 1980er Jahren als verantwortliche Person auf dem Krankenwagen, dem Fahrzeug zum qualifizierten Krankentransport, eingesetzt. Es handelt sich dabei in Freiburg zum Teil um FSjler*innen. (more…)

Skatement will Sachkundigen Einwohner im Bauausschuss

31. Juli 2014

Skatement, ein Zusammenschluß Freiburger Skater, fordert Matthias Bergdoldt in den nächsten Bauausschuss des Gemeinderates zu berufen, da sich bisher dort kein Verterter für das Themen „Bauen für und mit Kindern und Jugendlichen“ einsetzen würde:  Skatementbrief für Matthias Bergdoldt

Ausschüsse werden gebildet, um die Arbeit des Gemeinderates zu teilen. Das Plenum des Gemeinderates und jedes Gemeinderatsmitglied wäre überfordert, wenn sie sich mit allen kommunalpolitischen Fragen befassen müssten. In den Fachausschüssen werden bestimmte Aufgaben und Entscheidungen beraten. Die Ausschüsse bestehen aus StadträtInnen aller Fraktionen und zahlreichen sachkundigen BürgerInnen.

Ein solcher soll sich nach Meinung von Skatement nun besonders um das Thema Bauen für und mit Kindern kümmern.

13-11-05-fraktion-unterwegs-kinder (28)red

Hier müßen dringend Kinder mitbauen: Spielplatzsanierung

 

Herr Beck hat gefragt, hier sind meine 3 Gründe

9. Mai 2014

Herr Beck – den ich nicht kenne – hat allen 591 Kandidaten einen Brief geschrieben, mit der Frage, warum man sie wählen soll. Hier ist meine Antwort:

Sehr geehrter Herr Beck,

vielen Dank für ihren Brief.
Sie müssen sich ja recht viel Mühe und Kosten gemacht haben, alle 591 Kandidaten anzuschreiben.

Für einige auf unserer Liste kommt dies sicher als eine Überraschung, da sie ihre Kandidatur nur als eine reine Unterstützung verstehen und wir ihnen versprechen mussten, das sie im Wahlkampf nichts tun müssen. Gerade für Menschen die gerade in den Abiprüfungen stecken, vielleicht auch wichtig.

Jeder Wahlvorschlag ist genau dies – ein Vorschlag. In diesem Sinne kann aber man muß mich nicht wählen. Ich kann ihnen aber gerne drei Gründe nennen, warum sie dies vielleicht tun sollten:

Meine Karriere im Gemeinderat fing 2004 an, damals war ich 21 Jahre alt – inzwischen betreibe ich Politik für Kinder und Jugendliche nicht mehr aus der Sicht des Betroffen, aber dennoch mit dem Anspruch des Fürsprechers.

1. Ich setze mich seit vielen Jahren im und außerhalb des Gemeinderates für mehr Jugendbeteiligung ein. http://studiengruppejugendbeteiligung.wordpress.com/2013/11/27/initiative-fur-verbindliche-kinder-und-jugendbeteiligung-in-baden-wurttemberg-ubergibt-im-landtag-mehr-als-2-000-unterschriften/
Diese Arbeit kann ich im Gemeinderat fortsetzen. Der Landtag wird den §41a ändern und dann wird Jugendbeteiligung verpflichtend, hier will ich in Freiburg mitgestalten. (more…)