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Ulrike Gurerot in Freiburg: Eurocalypse oder Europäische Republik?

22. Oktober 2016

Ich war in Strasbourg im Centre Europen de Jeunesse bei einem Seminar über Jugendbeteitligung, dennoch wollte ich es mir nicht nehmen lassen für die Diskussion in der Katholischen Akademie nach Freiburg zu düsen und dann wieder zurück. Ulrike Guerrots Buch hatte ich gelesen und bin davon schwer beeindruckt, ist es doch endlich eine positive Utopie, die dem derzeitigen vor sich hinwursteln der Eliten in Europa einen Gegenentwurf entgegenstellt.

Das es in Europa nicht nur ein Problemlösungsdefizit gibt, da waren sich auf dem Podium alle einig: Eurokrise, Staatsschuldenkrise, Flüchtlingskrise, Jugendarbeitslosigkeit in Irland, Spanien und anderen Bereichen, Rechtspopulismus in Ungarn, Polen. Irgendwie fasst es diese Bild aus dem Inneren des Europarates in Strasbourg zusammen: die Bedrohungslage ist auf Stufe gelb.

Und wenn man durch das Europaviertel in Strasbourg läuft dann sieht man deutlich die Wiedersprüchlichkeit des gegenwärtigen Europas: Auf der einen Seite großartike Institutionen, die Ausbaufähig sind, wie etwa das Europäische Parlament und davor Menschen die in Zelten campen um auf ihre Problem aufmerksam zu machen. Europa sei die Gemeinwohlorientierung verlorgen gegangen. Denn eine politische Gemeinschaft sei mehr als ein Markt und die Wirtschaft bzw. große Unternehmen und Lobbygruppen arbeiten seit Jahrzehnten transnational. Kleines Beispiel die Waffenrichtlinie, bei der wiederum deutlich wird wie schädlich das Ausspielen der Karte „Nationale Interessen“ letztlich schädlich für die Union als Ganzes ist.

Deshalb ruft sie auf das wir uns wieder auf die Res Publika berufen, daher entdecken dass der Staat zum Gemeinwohl aller da ist und das Märkte nicht ein Naturgesetzt sind, sondern von Menschen geschaffen und auch deren Bedingungen von Menschen geschaffen werden und geändert werden können.

Ein weitere Punkt warum es sich lohnt das Buch zu lesen und hier wird sie sicher den meisten wiederspruch ernten: Die Europäische Republik ist eigentlich ein feministtisches Projekt, das sich auch klar gegen die Dominaz weißer alter Männer richtet. Europa ist eine Frau wie in dieser Darstellung und die Völker Europas sind ein organischer Teil des ganzen.

Schön wäre es gewesen wenn im Publikum nicht nur das übliche Freiburger Silberhaarvolk leider alles Männer gewesen wären, das sich am Freitag nach wohl situierter Rente oder getaner Arbeit in gehobener Position noch ein wenig Utopie gönnt, sondern auch junge Menschen.

Noch ein kleiner Satz zur Uopie die sie da vorschlägt: Wir die Bürgern sollen uns zusammen zun um bis zum 8.Mai 2045 die Nationalstaaten abzulösen. Das geeinte Europa sähe dann so aus:

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Gemäß einer Skizze in einer Utopie bleiben natürlich Dinge offen: Wer wählt wie den Präsidenten*in und welche Rechte und Funktionen hat dieser, Wie ist genau die Kompetenzabteilung zwischen Regionen und Republik, wie kommt man zum Gerichtshof, usw….

Dennoch empfehle ich allen diese Buch zu lesen!

233301-pub-portlet140x191„Ist das politische Projekt „Europa“ gescheitert und muss einem neuen Zeitalter der Nationalstaaten weichen? Ulrike Guérot plädiert für das Gegenteil: Es sei Zeit für eine echte Republik mit gleichen Rechten und Chancen für alle Europäer.“

Für den Preisbewussten Europäer*In gibt es das Buch bei der Bundeszentrale für politische Bildung für 4,50 EUR zu bestellen.

Das Buch lässt sich gut lesen und ist sicher auch Wert verschenkt zu werden:

 

 

 

Jugendgemeinderäte in Europa

15. April 2011

Nicht nur in Baden-Württemberg und Finnland gibt es Jugendgemeinderäte, auch in weiteren Ländern Europas gibt es entsprechende Gremien. Daher zum Beginn des Dachverbandstreffens in Bad Liebenzelle dieser kleine Überblick. Ich werde am Sonntag von meiner Forschung dort berichten.

Österreich wird als ein Land mit Jugendgemeinderäten bei Herrman 1erwähnt. Weitere Information liegen aber nicht vor.

In der Schweiz gibt es zum Teil dem Deutschen Konzept von Jugendgemeinderäten vergleichbare Gremien auf kommunaler und kantonaler Ebene die sich Jugendparlamente nennen. Der Dachverband der JGR in BW hatte zu diesen und ihrem Dachverband dem Dachverband der Schweizer Jugendgemeinderäte2 derzeit keinen Kontakt. Über Grenzüberschreitende Austausche oder ähnliches lagen dem Dachverband keine Erfahrungen vor. Zur umfassenden Darstellung der Jugendparlamentsbewegung in der Schweiz, in der auch Gremien vergleichbar mit unseren Jugendgemeinderäten teil sind, siehe Stromberg 2005.

Stromberg erwähnt auch Ungarn als Land mit eigenen Jugendparlamenten.

Vom Finnischen Dachverband der JGR werden zu nächstem Deutsch-Finnischen Treffen auch Vertreter Englischer Jugendbeteiligungsgremien eingeladen, ob es sich um Jugendgemeinderäte handelt ist nicht bekannt.

Erste Jugendgemeinderäte gab es in Frankreich 1944 und in jüngerer Zeit ab 1979 ausgehend von der Stadt Schiltigheim. Sie sind in der „Association Nationale des Conseils d’Enfants et de Jeunnes“ , gegründet 1991 zusammengeschlossen. 34 Derzeit gibt es nach Angaben dieser, über 2000 Jugendgemeinderäte in Frankreich5

Es gibt weiterhin Kontakte nach Polen.

Der Finnische Dachverband hat Kontakte in die Niederlande.

Italien der Dachverband der Jugendgemeinderäte in Ba-Wü. Laut Markus Greiner gibt es sogar einen Film (more…)