Posts Tagged ‘fridaysforfuture’

Auswertung der Fridays For Future Befragung

24. Mai 2019
Bild von der Demo

Insgesammt gab es 268 Antworten, was eine Rücklaufquote zwischen 2,5% und 4% entspricht, je nachdem wieviele Teilnehmer*innen man annimmt. Befragt wurde über einen Link der angesagt wurde und über QR Codes die aushingen, was erfahrungsgemäß Menschen die über kein Smartphone verfügen, in dem kein Internet haben (gerade Personen unter 14 Jahren) oder oder mit der Technik nicht gut umgehen können (häufig ältere Personen), ausschließt. Gewählt haben wir aber diese Form der Befragung, weil sie am wenigsten Aufwand für uns macht.

Mehr als 57% der Antwortenden waren Frauen.
Die meisten Teilnehmenden gehen in die Schule: Mittelstufe, Oberstufe überwiegen deutlich. Rund 10% arbeiten, 15 % studieren. Ein kleinerer Anteil leistet unterschiedliche Freiwilligendienste.

Bei der Altersverteilung ist Vorsicht geboten. In der Regel nehmen ältere Menschen, die über kein Smartphon verfügen oder sich nicht sicher sind mit dieser Technik, nicht an derartigen online Befragungen teil. Junge Personen unter 14 Jahren haben häufig kein Internet im Smartphone. Allerdings sieht man einen deutlichen Peak bei 17 Jahren, der sich langsam in Richtung 25 Jahre abflacht. Genau den Datensatz duchrechnen muß ich noch um etwa Median oder Mittelwert anzugeben. Der jüngste Teilnehmende war 9 Jahre, der älteste 70 Jahre. Durchschnitt: 19,81 Jahre. Median 17 Jahre.

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Schülerdemos völlig berechtigt

29. März 2019

Seit einigen Wochen demonstrieren Schülerinnen und Schüler Freitags, teils während der Schulzeit gegen Klimawandel und die Untätigkeit „der Politik“.

Bisher besteht die Antwort der Politik daraus entweder zu Forder, dass das Wahlalter abgesenkt werden soll (SPD Europa Spitzenkandidatin Barley), Vorwürfe wegen Schulschwänzerei (etwa Bürgermeister von Tenigen), bis hin zu ganz wilden Anwürfen, dass die Schülerinnen von ihren Eltern (!) mit dem SUV zur Demo gebracht würden.

Jetzt kann ich mir für einen 14 Jährigem nix peinlicheres vorstellen, als von Eltern sichtbar irgendwo hingefahren zu werden. Aber es scheint kein Argument zu blöd zu sein um Jugendliche die sich politisch zu engagieren, zu diskreditieren. Auf die eigentlichen Forderungen der Schüler und Schülerinnen wird aber nicht reagiert.

Mein Tipp an Politiker und Kommentatoren: Schülerdemos für Klimaschutz hören dann auf, wenn endlich wirksame Maßnahmen zur Rettung der Menschheit unternommen werden.

Die gallige Häme mit der mancher reagiert ist völlig unangemessen. Alle Fakten sind auf der Seite der Schüler und Konzepte haben von den Grünen über Greenpeace bis zum Bundesumweltamt schon genug sehr kompetente Menschen entwickelt.

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Repräsentationskrise, Krise der Konservativen und was das mit #FridaysforFuture & #SavetheInternet zu tun hat

24. März 2019
Von Links: Simon Sumbert, der Autor, Ludwieg Striet unten Fionn Große auf der Demo gegen Uploadfilter am 23.3. in Freiburg

Gestern war ich zusammen mit ungefähr 3.000 anderen Leuten auf der Demo gegen Uploadfilter in Freiburg. Gleichzeitig gab es im ganzen Bundesgebiet Demonstrationen mit über 200.000 Teilnehmern. Während unserer „Save the Internet“ Demo liefen auch gleichzeitig noch Aktionen von „Extinction Rebellion“, die die Polizei ziemlich stressten.

Bei der letzten Friday’s for Future Demo in Freiburg waren über 5000 junge Menschen, inklusive des Oberbürgermeisters, Omas gegen Rechts und einiger anderer.

Bei beide Bewegungen habe ich den Eindruck, dass sie von „der Politik“ nicht wirklich ernstgenommen werden. Bei Friday’s for Future wird seit Wochen mehr darüber diskutiert, das es sich um „Schulschwänzen“ handelt oder das Wahlalter gesenkt werden soll. Die eigentlichen Forderungen der „jungen Menschen“, nach wirksamen Klimachutz werden nicht beachtet.

Das waren dann noch die inhaltlichsten Aussagen zu dem Thema. Von den abschätzigen und schlecht informierten Aussagen von Christian Lindner oder Axel Voss, beim Einen zu Klimaschutz beim Anderen für die von ihm verantwortete Urheberrechtsreform. Beide Themen gehören irgendwie zusammen. Christina Dongowski hat das schön zusammen gefasst:

Das war auch bei der Diskussion der Konrad-Adenauer-Stiftung mit Andreas Schwaab (CDU MdEP) zu spüren: Auf der einen Seite eine Basis – Teils weißharig und optisch alt – die mehr Migration, eine Internationalisierung des Arbeitsmarktes oder Tempolimits fordert und ein Herr Schwaab, der darauf nur bedingt oder ausweichend Antworten gab.

Auf der anderen Seite noch mal eine gute Analyse in den Blättern für deutsche und internationale Politik.

„Der Kampf um die Empörungshoheit (…) Warum aber wird gegen die Argumente der Jugendlichen mit derart harten Bandagen gekämpft? Dahinter verbirgt sich zweierlei: Zum einen ist der Protest der Jugendlichen so offensichtlich berechtigt – Sinnbild dafür ist die ersatzlose Streichung der deutschen Klimaziele 2020 –, dass die gegnerische Seite meint, den Protest bereits im Keim ersticken zu müssen. Zum Anderen aber geht es dabei immer auch um die harte Verteidigung eigener Interessen.“

In »Fridays for Future«: Der Kampf um die Empörungshoheit
Wie die junge Generation um ihre Stimme gebracht werden soll

Es lohnt sich den gesammten Text zu lesen.