Posts Tagged ‘Mooswald’

Mit Bad zum Rad in weniger als 30 Minuten mit 200 Freunden

14. September 2019

Nach Angeben der Polizei über 200 Personen fuhren wie bei einem Familienausflug vom Platz der alten Synagoge mit dem Rad zum Eugen-Keidel-Bad um deutlich zu machen: ein anderes Verkehrskonzept ist möglich!

Während die Stadtbau lediglich geprüft hat ob man Parkplätze anders unterbringen kann, fordern die Veranstalter ein anders Verkehrskonzept. Altstadtrat Sebastian Müller, der die Demo organisiert hat: „Wir wollen, dass alle Menschen zum Bad kommen können, auch die ohne Auto. Deshalb fordern wir einen sicheren Bustakt, ein Bus zum Bad Ticket und eine barrierefreie Haltestelle am Bad.“

Ein Bus alle 30 Minuten sei wenig attraktiv und nicht geeignet die Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Ebensowenig wenn das Parken am Bad kostenfrei sei.

Die 190 von Abholzung bedrohten Bäume wurden symbolisch mit roten Herzen gekennzeichnet.

Am 24.9. um 18:00 werden wir über 500 Unterschriften an Martin Horn übergeben, auch diese von Leuten, die sich gegen eine Abholzung aussprechen.

„Es ist daher an der Zeit dass der Oberbürgermeister nicht nur erklärt er sei persönlich gegen eine Abholzung, sondern auch konkret seine Ämter anweist ein Alternativkonzept zu arbeiten und dieses dem Gemeinderat vorstellt. Er kann das Thema jederzeit auf die Tagesordnung des Gemeinderates setzen und ein einer Drucksache die zwingenden Gründe darlegen warum es nicht anders geht.“, führt Alt-Stadtrat Sebatian Müller aus.

Müller weiter: „Wir gehen davon aus, dass die Landesbauordnung die Ausweisung von deutlich weniger Parkplätzen zulässt, wenn guter ÖPNV es den Menschen ermöglicht ohne Auto anzureisen. Damit würde das Bad auch neue Kundengruppen erreichen. Somit würde der Verlust reduziert und auch die Vorgaben des Finanzamtes erfüllt.“

Die Gegner der Abholzung gehen nach den eindeutigen Pressestatement der Grünen Partei, der Fraktionen „eine Stadt für Alle“, JUPI und der Gemeinderäte von Freiburg Lebenswert und der sogenannten „Alternative für Deutschland“, davon aus, dass es in den Gremien derzeit keine Mehrheit für den Kahlschlag gibt.

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über 60 Bürger schlagen Alternativen zur Abholzung am Eugen-Keidel-Bad vor

17. August 2019

In einem Schreiben an Oberbürgermeister Martin Horn haben über 60 Freiburger Bürger*innen konkrete Alternativen zur geplanten Abholzung von 190 Bäumen am Eugen-Keidel-Bad gefordert.

„Gerade Menschen, die aus Freiburg zum Eugen-Keidel-Bad fahren, brauchen eine Alternative zum Auto. Deshalb schlagen wir eine Verdichtung des Taktes für den 35er Bus vor der bis vor das Bad fährt, eine zusätzliche Haltestelle für den 34er Bus, auf dem Weg nach Tiengen, eine Frelo Station und die Bewirtschaftung des Parkraums.“, so Sebastian Müller, der den Brief koordiniert hat.

Darüber hinaus fordern die Unterzeichner eine öffentliche Diskussion im Gemeinderat.

Viele Menschen reagieren in sozialen Medien, aber auch in Gesprächen empört auf die Pläne der Stadt. Es ist davon auszugehen, dass wenn am Konzept festgehalten wird, Gruppen wie Fridays For Future, Critical Mass oder Extinction Rebellion ebenfalls protestieren werden und nicht nur mit einem Brief.

Laut einem Zeitungsbericht von Jelka Lousia Beule am 19. Juli 2019, in dem über die Erneuerung des Eugen-Keidel-Bads berichtet wird („So weit sind die Sanierungsarbeiten im Freiburger Eugen-Keidel-Bad“) ist geplant für 200 neue Parkplätze rund 190 Bäume zu fällen. Andere Parkmöglichkeiten wurden wegen der erhöhten Kosten verworfen, ein anderes Mobilitätskonzept gar nicht geprüft.

Auf Nachfrage von Stadtrat Mörchen in der letzten Sitzung des Gemeinderates, erklärte Oberbürgermeister Martin Horn, dies sei vor seiner Amtszeit beschloßen worden und irgendwo müßte ja das Holz für die vom Gemeinderat geforderte Holzbauweise auch herkommen.

Wer sich auch noch engagieren will, der kann auch diese Petition unterzeichnen:

FAQ: Was ist im dem Klima beim neuen Stadion? Wird es im Mooswald zu heiß?

26. Januar 2015

Frage:

Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/ heißt es, “durch den Stadionbau und den dafür notwendigen Versatz der zukünftig geplanten Universitätsbebauung verliert das Flugplatzareal weitgehend seine Funktion als wichtige Frischluftschneise für das Klima in Freiburg und als Kaltluftenstehungsgebiet für die umliegenden Stadtteile. Gutachten, die dies verneinen, basieren auf Klimamodellen, die so mangelhaft sind, dass sie nicht einmal die heutigen klimatischen Verhältnisse wirklichkeitsgetreu nachbilden können.”

Welche Einflüsse auf das Klima wird das Stadion haben? Wird es wärmer, stickiger?

Antwort:

Es ist schwierig als Laie die Qualität von Klimamodellen zu interpretieren. Wenn irgendwo gebaut wird, wird es immer wärmer. Darum sind Städte auch Wärmeinseln.

Ein Blick ins Gutachten offenbart jedoch: “Aufgrund der im Dialogforum Anfang Dezember 2013 angesprochenen Abweichungen zwischen den Ergebnissen des Gutachters und den von der DWD (Deutscher Wetterdienst) erhobenen Messdaten hinsichtlich temporär vorherrschender Windrichtungen wurde die Simulationsberechnung vom Gutachter nochmals überarbeitet und nachgebessert um die Ergebnisgenauigkeit zu schärfen. Diese Nachberechnung bewirkt jedoch keine Änderungen der Aussagen zu den klimatischen Beeinträchtigungen durch die geplante Bebauung”

http://www.freiburg.de/pb/site/Freiburg/get/694632/Stadion_Expertise_ENTWURF_Klima_Lohmeyer.pdf

Oder etwas kryptisch am Ende: “Die zusätzlichen Gebäude führen vor allem in den Abend- und Nachtstunden zu gewissen Erhöhungen der bodennahen Lufttemperaturen, während beispielsweise Baumpflanzungen zu verringerten bodennahen Lufttemperaturen und bioklimatischen Bewertungen in den Tagstunden führen”

Daher wenn man auf dem Gelände eine neue Unifakultät baut – gegen die die heutigen Standort oder Stadiongegner nie zu Felde zogen – dann wird es dort an den heißesten Tagen im Jahr wärmer hat aber keine Auswirkungen auf den Stadtteil Mooswald. Wenn man dann Bäume pflanzt helfen die bei der Kühlung.

Wie werden die Menschen zum SC Stadion kommen?

24. Januar 2015

16-05 Anlage Flugplatz Stadion Wolfswinkel vorläufiger Standort

Eines der Argumente gegen das neue Stadion ist, das sich „das Verkehrschaos nur vom Osten in den Westen verlagert“. Das glaube ich nicht so recht: im Westen gibt es mehrere große Strassen die mit der Autobahn und dem Rest von Freiburg verbinden, bald eine eigene Strassenbahnlinie und einen S-Bahn Anschluß. Im Osten gibt es eine Strassenbahnlinie.

Jetzt gibt es diverse Verkehrsgutachten, die scheinen mir schlüssig, weil das sind Leute die sowas häufiger machen. Kann sein das man solchen Leuten nicht glaubt, weil die vielleicht gekauft sind. Also habe ich mich mal einfach an Google Maps gesetzt und geschaut, was Google für Reisezeiten mit dem Auto und mit dem Fahrrad angibt. Beim zu Fuß gehen, gibt Google immer eine Geschwindigkeit an die eher einer ältern Dame mit Rollator entspricht, als mir. Deshalb habe ich es nicht aufgeschrieben. Die Daten für die Strassenbahn stammen von der VAG Website.

Google rechnet für 400  mit dem Rad 3 min, zu Fuß 4 min.

Als Zielpunkt  habe ich jeweils die Madisonalle am Eingang zum Baugebiet der neuen Messe gsetetzt. Also etwa die Stelle an der man auf die neue Strasse, die auch das Stadion erschliessen würde auffahren oder laufen könnte. Dort soll sich etwa auch die Strassenbahnhaltestelle der neuen Messelinie befinden.
Für den Weg zum Stadion rechne ich mit dem Rad 5 min dazu: Fahrrad muß man ja noch abschliessen.
Mit dem Auto rechne ich jeweils 10 min dazu: erhöhtes Verkehrsaufkommen vor Beginn des Spiels, Parkplatzsuche, Parkplätze sind auch nicht direkt am Stadion, so das man noch ein wenig laufen muss, etc… Wobei Google mir die Zeit Fahrzeiten gegen etwa 23:30 angibt, wenn ich diesen Artikel schreibe.

Die Breisgau S-Bahn habe ich nicht eingerechnet, laut Bahn Website sagt man brauche vom HBF mit dieser etwa 3 min. Daher wäre die Reisezeit etwa aus Littenweiler oder Gundelfingen deutlich schneller wenn die Menschen mit dme Zug zum Hauptbahnhof fahren und dann dort in die BSB umsteigen.

Ich komme dann auf folgende Tabelle:

Ausgangspunkt PKW (reine Fahrzeit) PKW mit Parken Fahrrad (reine Fahrzeit) ÖPNV ÖPNV + 15min
Junkermattenweg / Carl-von-Osieztky-Str (Rieselfeld) 10 20 18 23 37 52
Gundelfingen Kandelstr / Belchenstras 9 19 18 23 21 36
Herdern Hauptstr / Jägerhäusleweg 10 20 13 18 16 31
Günterstal Restaurant Kybfelsen 17 27 31 36 23 38
vom alten zum neuen SC Stadion 18 28 30 35 20 35
Wiehre: Erwinstr / Dreikönigsstrasse 14 24 22 27 21 36
St. Georgen: Am Mettweg / Andreas Hoferstr 13 23 19 24 24 39
Tiegen Im Hubhof / Im Maierbrühl 15 25 36 41 46 61

Was fällt auf: In den meisten Fällen, scheint wenn man die Zeit zur Parkplatzsuche rausläst und auch wenn man sie mit 10 min angibt, das Fahren mit dem Auto schneller zu sein. Würde man jedoch 15 min annehmen, wären bei den meisten Relationen das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel. Auch wenn man annimt, das man etwas schneller strammpelt (in der Regel finde ich ist googe etwas langsam beim Fahrradfahren, aber da sind sie ja noch im beta).

Denkbar wäre auch, dass die meisten Menschen Ökonomisch handeln und sich überlegen, ob sie für etwa 2 min weniger Fahrtzeit bereit sind 5 Euro (oder so) Parkgebühren zahlen würden.

Vielleicht kann mir ja jemand schreiben ob er die Zahlen so für realistisch hält oder ob ich sie irgendwie korrigieren müßte? Vielleicht kann mir auch jemand das Google Maps erläutert, da scheinen Wege drin die man mit dem Fahrrad eher so nicht nehmen würde…

Die Excel Tabelle mit der ich das durchgerechnet habe: Reisezeit (Excel Datei)

Freiburg Lebenswert?

28. Dezember 2013

In Freiburg gibt es eine neue Vereinigung die auch zur Kommunalwahl antreten will. Sie nennt sich Freiburg Lebenswert und scheint wohl der Ausdruck eines „Grummelns“ bezüglich neuer Bauprojekte und der an vielen Stellen in Freiburg stattgefundenen Nachverdichtung zu sein.

Hohe Dichte ist verträglich wenn sie mit einer hochwertigen Gestaltung der Grünflächen einhergeht.  Einige der am dichtesten besiedelten Stadtteile in Freiburg sind auch die Attraktivsten: Vauban, Rieselfeld, Wiehre.

Jetzt scheint der Ansatz dieser Vereinigung zu sein, den Zuzug nach Freiburg zu stoppen oder zumindest reduzieren zu wollen. Jedes Jahr ziehen rund 21.000 Personen nach Freiburg und rund 20.000 wieder aus Freiburg weg. Wie man das reduzieren will und ob das gut wäre für eine Stadt, weiß ich nicht.

Ich weiß auch gar nicht wie es – so lange das Grundgesetz Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet und die Europäischen Verträge jedem Unionsbürger, Niederlassungsfreiheit, als ein wesentliches und konstitutives Element der Europäischen Staatbürgerschaft garantiert – möglich sein sollte. Grundrechte für die Politiker wie etwa Dr. Conrad Schröder ihr gesamtes Lebenswerk gewidmet haben. Ein Grundrecht von dem Sie und ich sicher auch gerne gebrauch machen, viele Senioren haben inzwischen ihren Altersruhesitz in Spanien.

Ich sehe auch nicht, weshalb es (kommunal-)politisch erstrebenswert sein sollte Freiburg weniger attraktiv zu machen.
Es gelten bei jedem Bauprojekt in Freiburg die Wohnungspolitischen Grundsätze – die bundesweit als Vorbildlich gelobt werden – die sowohl 1/3 der Flächen für geförderten Wohnungsbau zur Verfügung stellen als auch zusätzlich zahlreiche ökologische Standards. Wie etwa Niedrigenergiebauweise, die bei steigenden Energiepreisen, sicher auch den Mietern zugute kommt.

Mooswald der vernachlästigte Stadtteil?

Ein weiterer Vorwurf, den man in diesem Zusammenhang häufig hört, sei die Vernachlässigung des Stadtteil Mooswald.
Der Stadtteil Mooswald ist weder vernachlässigt noch hat er mangelnde Infrastruktur. Als Moswälder Bürger selbst darf ich daran erinnern, das zu bestehenden S-Bahnlinie, derzeit ein direkter Strassenbahnanschluss gebaut wird. Der uns allen sicher eine gute und bequeme Fahrt in die Stadt und darüber hinaus ermöglicht.
Was die soziale Infrastruktur des Stadtteils betrifft, so darf ich sie darauf hinweisen, das:
  • die Stadt die Wentzingerschulen saniert hat, Kosten über 25 Mio. Euro,
  • die Stadt an der Gerhardt-Hauptmann Schule einen Kindergarten mit 6 Gruppen, Inklusiv und nach modernen pädagogischen Standards baut, für mehrere Mio. Euro,
  • das auf dem Brielmann Gelände ein neuer Kindergarten entstanden ist, sowie auch im Hüttinger Areal,
  • das derzeit sowohl von der Universität als auch von der Frauenhofergesselschaft ca. 250 Mio. Euro in Einrichtungen im Mooswald investiert werden,
 Ausfahrt Gässle (2)
Noch ein Wort zum Thema Westarkaden: Sicher wurde hier dicht, viele sagen zu dicht gebaut. Ich sehe jedoch als Anwohner durchaus eine Aufwertung des gesamten Areals: Erstmals sind die Geschäfte bei uns unten im Haus vermietet. Die Eigentümergemeinschaft muss nicht mehr die Nebenkosten tragen. Es befindet sich ein hochattraktives Einkaufsangebot in kürzester Nähe, das neben Läden des täglichen Bedarfs auch zahlreiche Restaurants und ein darüber hinaus gehendes Warenangebot bietet. Immer wenn ich da durchlaufe sind die Läden voll und die Wohnungen scheinen auch alle vermietet zu sein. Ein derart attraktives Angebot hat es im Stadtteil bisher nirgendwo gegeben und stärkt diesen auch sicher. Inzwischen gibt es ja Befürchtungen das zu viel Kaufkraft aus etwa Landwasser abfließt.
Beim Thema Bürgerbeteiligung sehe ich das es im Mooswald einen vom Bürgerverein durchgeführten und von der Stadt unterstützten Stadtteilentwicklungsporgramm mit Leitlinien gegeben hat. Ich war auch kürzlich auf einer sehr frühen Bürgerinfo zur Neubebauung des Geländes des – hoffentlich bald ehemaligen – Eisstadions, wo die Bürger sehr umfassend und früh über mögliche Varianten eine Bebauung informiert wurden.
Erst vor kurzem habe ich ein Schreiben an die Verwaltung gerichtet den Spielplatz im Seepark zu sanieren. Die Einrichtung eines Skateplatzes, wie lange von zahlreichen Freiburger BürgerInnen unterschiedlichsten Alters gefordert, musste leider aufgrund von Wiederstand des Bürgervereins unterlassen werden.