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Eine Freiburg App? Oder besser Freiburg Apps? Einige Überlegungen

10. Juli 2018

2016 fing ich damit an eine kleine App programieren zu lassen, sie soll das Aufhängen und Verwalten von Plakaten in Wahlkämpfen oder für Veranstaltungen vereinfachen. Seither beschäftige ich mich, nebenher, aber durchaus intensiv mit Fragen die damit zu tun haben.

Eine der Fragen, war es ob es sinnvoll ist eine App für viele Anwendergruppen zu haben oder besser für jede Zielgruppe eine eigene App. Für beide Strategien gibt es gute Beispiele. So liefert etwa die Washington Post ihre Inhalte in drei Apps aus. Einmal in einer Printversiongleichen Darstellung, so wie die BZ, in einer App die ein wenig die Website nachstellt (classic) und in einer Darstellung ähnlich eines Karusells, mit swipen.

Im Wahlkampf wurde nun diskutiert, das es eine „Freiburg App“ geben soll. Unklar war was diese App denn eigentlich machen soll? Was wären die Anwendungsfälle für so eine App? Welche Zielgruppen sollten oder könnten eine solche App nutzen? Oder warum soll sich ein Nutzer überhaupt eine App installieren, er kann ja auch auf eine Website gehen?

Beim Nachdenken kam ich auf mindestens drei Apps mit unterschiedlichen Zielgruppen, ich habe jeweils eine kleine Userstory dazu geschrieben:

Freiburg Tourism App

Paula ist geschäftlich einige Tage in Freiburg und hängt noch ein Wochenende an ihren Besuch dran. Sie möchte ein wenig die Stadt erforschen. Sie kommt aus der Schweiz und muß daher viel Geld für Roaming bezahlen. Sie nutzt ihre Zeit etwa um Sehenswürdigkeiten, Museen anzusehen, oder auch etwa einzukaufen.

Eine solche App würde Touristische Informationen enthalten: Öffnzungszeiten von Museen, Informationen über Sehenswürdigkeit, die Geschichte Freiburgs und vielleicht Tourvorschläge (etwa aus Gerlinde Kurzbachs Buch „Freiburg zu Fuß„, die ich per in-app-purchase freischalten kann). Vielleicht auch die Möglichkeit im Museum Informationen per QR Code zu erhalten und als Ersatz für einen Audioguide zu dienen, einen Veranstaltungskalender, Stadtplan und vielleicht eine Infofunktion wenn ich in der Nähe eines wichtigen Punktes stehe. Die Informationen wären eher statisch und die App würde von der FWTM verwaltet. Gleichzeitig wären in der App alle Informationen hinterlegt, so dass zum Betrieb keine aktive Internetverbindung nötig ist und sie schon im ICE oder im Hotel per WLAN runtergeladen werden kann. Wahrscheinlich wäre die App primär auf Englisch.

Freiburg Bürger App

Innovativer aber aufwändiger wäre dann schon eine Bürger*innen App:

Paul ist Bürger von Freiburg und möchte sich die Zeit und den Aufwand für Behördengänge sparen. Er nutzt durchaus ein Smartphone. Er ist auch daran interessiert wie er in die Stadt kommt oder was für Veranstaltungen es geben könnte. Er will auch immer wissen, wann er den Müll runterzubringen hat und was sich so bei ihm in der Nähe bzw. in der Stadt tut.

Daher eine solche App oder auch ein Webangebot, auf Basis einer reaktiven Website, würde die Möglichkeit bieten Informationen für Bürger (Müllabholung, Sperrmüll, Recyclinghöfe), einen Mängelmelder, Veranstaltungshinweise, aber auch Behördeninteraktionen, wie Personalausweis beantragen, Strafzettel bezahlen, Kitaplatz beantragen und vieles andere bieten.

Mobil App

Die dritte Anwendung wäre für Menschen die in Freiburg mobil sein wollen. Etwa mit dem ÖPNV, dem Leihrad, Carsharing oder auch mit anderen Angeboten. Bereits jetzt unterhält die VAG eine App (und der RVF die gleiche anders gebrandet) und auch über die Bahn kann man sich RVF Fahrscheine kaufen oder im google nach Straßenbahnen suchen. Da wäre es schon mal was einen Grund zu entwickeln warum die Leute sich die App installieren könnten: Etwa indem Betriebsstörungen als Push-Nachricht kommen oder damit eben unterschiedliche Mobilitätsangebote gebündelt werden. Aber bisher schafft es die VAG ja nicht mal einen twitter Account zu betreiben.

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