Posts Tagged ‘Strahlenschutz’

Der falsche Prophet: der Vortrag von 5G Gegner Peter Hensinger im Faktencheck

23. Juli 2019

Die Freiburger 5G Gegner behaupten, sie argumentierten mit wissenschaftlichen Fakten über die Gefahren von „Mobilfunkstrahlung“, die verwendeten Studien haben jedoch im besten Falle methodische Mängel, im schlimmsten Fall sind sie zurückgezogen, stammen von Forschern mit zweifelhaftem Ruf oder waren nicht reproduzierbar.

Schon der von den Gegner verwendete Begriff „Mobilfunkstrahlung“ ist ein geschicktes Framing, erinnert er ja mehr an Radioaktive Strahlung als an Funkwellen oder Radiowellen.

In den vergangenen Wochen war ich bei zwei Veranstaltungen des „Aktionsbündnis Freiburg 5G-frei“, beide male hatten sie den Stuttgarter Mobilfunkritiker Peter Hensinger eingeladen.

Peter Hensinger hat nach einem Studium der Germanistik und Pädagogik und Ausbildung zum Drucker in der Psychiatrie gearbeitet und ist Mitglied im Vorstand von Diagnose-Funk e.V und des Stuttgarter BUND.

Beide Male war der Saal voll, das Publikum würde ich als gut situierte, ältere Menschen beschreiben, darunter viele Gesichter, die man schon aus anderen Freiburger Verhinderungsbürgerinitativen (Stadion, Dietenbach) kennt. Es waren aber auch viele Menschen an der Veranstaltung, die die vorgebrachten Argumente kritisch sahen.

Peter Hensinger hat inzwischen dem Chaos Computer Club Freiburg seine Präsentation mit 150 Folien zur Verfügung gestellt. Die Aufforderung an beiden Abenden lautete nicht alles zu glauben was einem Industrie und Politik erzählen. Das habe ich mir zu Herzen genommen und versucht die Aussagen im Vortrag und insbesondere die wissenschaftlichen Quellen einer eigenen kritischen Bewertung zu unterziehen. Bekannte aus dem CCC in Freiburg und Freunde bis nach Italien haben mir geholfen. Daraus entstand dann ein sogenannter Twitter thread.

Auch in meinem Blog ist kein Platz alle 150 Folien im Detail zu besprechen und ich habe dazu auch nicht die Zeit. Ich möchte aber einige zentrale Aussagen kritisch hinterfragen.

Der Vortrag begann mit der Schilderung der sogenannten „Funkerkrankheit“ und bereits der Name dient als Hinweis, dass Funkstrahlen gefährlich sein sollen. An dieser Funkerkrankheit litten in West- und Ostdeutschland tausende ehemaliger Soldaten, die Radaranlagen, also nicht Funkgeräte, bei laufendem Betrieb reparieren mußten.

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Fessenheim mit TTN Überwachen

9. März 2019

Seit dem Geigerzählerbasteln mit Bernd Laquai von Opengeiger.de bekomme ich immer wieder Anfragen, das Menschen Geigerzähler bauen möchten. Unsere Geigerzähler sind ja insofern speziell, das sie ihre Daten nicht vor Ort anzeigen, sondern über das The Things Network in der Region Freiburg übermitteln. Wer also lieber ein Gerät haben will, mit dem er etwa mit seinem Handy messen, kann der sehe sich auf Amazon um. Auch soetwas gibt es.

So stelle ich mir das ungefähr vor. 10 Geigerzähler verteilt über die Region, übermitteln ihre Daten per TTN. Sammlung und Darstellung im Internet.

Derzeit läuft ein Test Gerät auf meinem Balkon, die Daten werden im Cayenne MyIot gesammelt, aber ich kann sie von dort leider nicht auf einer Website publizieren. Bisher hat das aber noch ein paar Knackpunkte: zum einen wird als Mikrokontroller der MKRWAN1300 oder der Arduuno verwendet. Beide sind recht teuer (ca 40 EUR) und die Daten übermittelt der Sensor im Cayenne LPP, das nur Cayenne darstellen kann als Integration. Auch ist das verwendet Zählrohr zwar billig (SBM-20 ca 10 – 15EUR bei Ebay), aber auch nicht übermäßig genau. Beides versuchen wir zu ändern.

Florian Kramer arbeitet an einer Software Version für den TTGO und wir werden zwei weitere Meßröhren durchprobieren: Vacutec 70031A und SBM-19. Leider kann man die PiGi Boards, die das steuern nicht einfach für beide verwenden, sondern muß sie entsprechend konfigurieren. Beide sind genauer, leider aber nicht billiger (zwischen 30 und 40 EUR/Stück). Daher wird das Ziel den Preis für solche Nodes zu senken, wahrscheinlich nicht erreicht werden.

Setup bisher: Arduuno oder MKRWAN1300, Pigi Board und Geigerzähler. Oben rechts im Bild eine Tasse mit Uranglasur.

Das Darstellen der Daten wird entweder über die Streamsheats von Cedalo erfolgen oder über TagoIO (zu beiden Firmen habe ich auch schon Kontakt) und soll die Daten dann auch auf einer Website darstellen, ähnlich wie beim Luftdaten.info, für den Feinstaub.

Selbstverständlich bedarf es dann zur Interperation der Daten auch ein gestimmtes Wissen: So steigt bei Niederschlag oder Schneeschmelze die gemessene Radioaktivität, meist ist das was man mißt weit unter dem gefährlichen Level, etc…

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