Archive for the ‘Feinstaub’ Category

Einwohnerantrag gegen übermäßiges Böllern nimmt fahrt auf.

2. Januar 2019
Erfreuliches in der Post.

Ich bekomme inzwischen Anrufe von Leuten die unbedingt unterschreiben wollen. Auch Emails und sogar unterschriebene Listen per Post zugeschickt. Ich habe tatsächlich von einer politischen Aktion selten so eine positive Resonanz bekommen. Auch bei Facebook gibt es die üblichen blöden Kommentare, aber auch viele Tierhalter die es gut finden.

So schreibt mir etwa eine Freiburger Bürgerinn: „Die Hecke brennt“ so hat für uns das Jahr 2018 begonnen. Wie können von Glück sagen, dass es in diesem Moment noch windstill war, sonst hätte der Funkenflug noch weiteren Schaden angerichtet. Keiner wars, viele ignorierten das Feuer, tanzten und tranken weiter. 8000.-Euro hat alles gekostet.“

Nicht nur die Umweltverschmutzung durch Feinstaub und liegen gebliebenen Müll ist ein Problem. Davon brauche ich kein tweet zu posten, die meisten wissen wie es am 1.1. in ihrer Straße aussah, bevor die Sonderschicht der Stadtreinigung durch kam.

Auch verletzen sich jedes Jahr etliche Menschen an an Böllern und Feuerwerkskörpern. In Freiburg ist „nur“ eine Person aus dem Fenster gefallen und gestorben, was jetzt nicht direkt mit dem Feuerwerk zu tun haben dürfte. Daneben habe es „mehrere Schlägereien und kleinere Brände“ gegeben. Aber in Kiel kam etwa eine Person ums leben, durch Splitter vom Feuerwerk.

Daneben spüren zahlreiche Tierhalter, das sich ihre Lieblinge fürchten und sind deshalb gegen übermäßiges Böllern:

Aber auch Veteranen der Bundeswehr, die eine posttraumatische Belastungsstörung haben, argumentieren für eine Reglementierung:

Sowie Asthmatiker, die es gut fänden wenn man weniger böllern würde und die Luft besser wäre:

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TTN Community zieht positive Bilanz ihres ersten Jahres in Freiburg

30. Dezember 2018

Stadtgebiet nahezu abgedeckt – Auftakt im kommenden Jahr: 12.1 16:00 Geigerzählerbasteln

Sebastian Müller und Stefan Biermann von der TTN Community Freiburg zieht eine positive Bilanz des ersten Jahres des Bestehens der Gruppe: „In einem Jahr ist es uns gelungen für Freiburg eine nahezu vollständige Abdeckung der Kernstadt mit Empfängern für das von uns betriebene Netz für das Internet der Dinge zu erreichen.“

Dafür wollen sie, im Namen aller Mitglieder der TTN Community Freiburg, den zahlreichen Partnern besonders der Badenova und der Stadtverwaltung, aber auch dem Haufe Verlag, dem Greifenegg Schössle, als Standort für ein Gateway und zahlreichen engagierten Privatpersonen danken. Freiburg sei eine der führenden TTN Communities in Deutschland, nur vergleichbar mit Ulm oder Berlin.

Daneben sei man mit dem Digihub Südbaden, der IHK, der VAG, der Abfallwirtschaft und zahlreichen anderen Institutionen in Freiburg vernetzt.

Zu den Projekten des letzten Jahres gehörten etwa innovative Personenzähler für Nahverkehrsanwendungen, Bienenstocküberwachung oder auch Feinstaubmeßgeräte, ein Minihackaton und auch Lobbying bei Ministerium in Stuttgart.

Mit dem neuen IT Amt der Stadtverwaltung sei man gut vernetzt, die Badenova helfe beim Aufstellen von Gateways. Die Abfallwirtschaft habe etwa beim Mappen der Netzabedeckung geholfen, da ihre Fahrzeugen langsam durch die ganze Stadt fahren.

Für das Projekt Fahrradtracker gewannen Mitglieder der Community einen Preis beim Hackaton.

Derzeit hat die Gruppe bei Meetup über 139 Mitglieder, im TTN sind über 30 Personen registriert und 16 Gateway aktiv.

Abdeckungslücken gäbe es noch in den Tuniberggemeinden, Littenweiler und Landwasser.
„Wir sind aber im Kontakt etwa mit der Handwerkskammer, die auf ihren Bildungszentrum in Landwasser einen Gateway platzieren will und mit der Stadtverwaltung wegen Standorten im Freiburger Osten“, führt Stefan Biermann aus. „Wir hoffen auf Bürgerinnen aus dem diesen Stadtteilen, die Gastgeber für ein Gateway sein wollen. Der Stromverbrauch liegt in etwa bei einem Handyladegerät und die Strahlung deutlich unter dem eines Mobiltelefones.“

Die akutelle Abdeckungskarte findet sich bei TTN Mapper.

Chanderli macht keinen Feinstaub – LIFG Anfrage bringt Klarheit

23. Juli 2018

Im Kommunalwahlkampf 2004 mußte ich für Junges Freiburg eine Pressemitteilung herausgeben: „Jugendzentren machen keinen Krebs!“

Mit einem Gutachten des Deutschen Krebsforschungszentrums, dass die geplante Einrichtung eines Jugendzentrums „Chummy“ im Untergeschoß einer Schule keinen Krebs erzeugt, weil durch die Anreisenden Jugendlichen – nach Befürchtung der Anwohner mit dem Roller – Abgase entstehen und dadurch Krebs verusachen würden. Das DKFZ bestätigte in einem Schreiben, dass dies nicht plausibel sei.

Nun gibt es in Kandern eine wunderschöne Museumseisenbahn, die jeden Sonntag vom 06. Mai bis zum 21. Oktober, also an 26 Tagen Verkehr durchführt. Nur mal so in Klammer gesprochen: Würde an jedem Tag des Betriebes ein so hoher Feinstaubwert erzeugt, das der Grenzwert von 50 µg/m^3 im 24h Mittel überschritten, wäre man immer noch unter dem Grenzwert und hätte bessere Luft als in Stuttgart.

Jetzt ist es sicher so, dass eine Museumseisenbahn Emissionen erzeugt: Anreisende Nutzer und da Kanderen nur mit dem Bus erreichbar ist, kommen die eher mit dem Auto, Dampf und Ruß von der Lok und sicher auch Lärm. Aber eher keinen Feinstaub.

Grundsätzlich macht erstmal jede Verbrennung Feinstaub, aber es kommt auf die Temperatur der Verbrennung und die Anzahl der Motoren, sowie auf die Luftdurchmischung an. An allen Punkten ist eine Museumseisenbahn kein Problem: Kandern ist ein kleiner Ort, hat keine Autobahn, Stückgutumschlag, Kohlekraftwerke oder ähnliches. Die Museumseisenbahn betreibt (leider) auch keine Flotte mit Dampfloks (für den täglichen S-Bahn Verkehr nach Basel) sondern nur 3x Fahren pro Sonntag und Verbrennungen in Dampfkesseln sind so niedrig, das eher weniger Feinstaub ensteht.

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Weil sich aber eine Anwohner Bürgeriniative beschwert, hat sogar das Landesumweltamt nachgemessen. Und für den Meßzeitraum schon im Durchschnitt für etwa Freiburg, Weil am Rhein oder Stuttgart deutlich höhre Belastungen festgestellt.

Weil mich das ganze interessiert habe ich mir per LIFG Anfrage am 1.7. um das Gutachten gebeten. Das hat mir die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg auch am 16.7. übersandt.

Hier kann man es runterladen zum selber lesen: 2018_Bericht_Kandertalbahn_final (PDF)

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An keinem der Meßtage wurde der Grenzwert überschritten. Naja, was eine gestande Bürgeriniative ist, die lässst sich davon nicht abbringen und zeigt dann auch mal gerne an.  Wegen was, war man sich auch nicht so sicher, auch das Anzeigen an sich scheint nicht so leicht: „Der erste Vorstoß der BI am 18. Juni war fehlgeschlagen, da der Brief nicht angekommen war.“ Und auch sonst, scheint die Anzeige keine Folgen zu haben. Gut man kann sich als BI auch selbst ins Abseits kegeln.

Wenn es einem übrigens wirklich um saubere Luft (in Kandern) geht, dann wäre der Ausbau der Kandertalbahn mit einem täglichen S-Bahn-Betrieb zu fordern. Wenn dann viele Leute das Auto stehen lassen, wäre sogar schon ein Regio Shuttle sinnvoller (ein Hybrid Zug allemal).

Vielleicht lädt mich die Bahn mal ein und wir bauen gemeinsam Feinstaubsensoren und hängen die Entlang der Strecke auf.

 

Mit TTN Feinstaub messen an und um der Schule

21. Juni 2018

Vom Friedrich Gymnasium in Freiburg kam ein interessierter Lehrer zu mir und fragte ob man denn ein Feinstaub-Lora-Schul-Projekt machen könnte. So ganz überzeugt war ich nicht, da sich das offene Freiburger The Things Network, ja noch in der Aufbauphase befindet und wir immer noch mit vielen Leuten sprechen und sie dazu bringen wollen, Gateways aufzustellen.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Emailwechsel im April:

Sehen Sie eine Möglichkeit, dass Schüler im Bereich LoRaWAN in Form eines kleinen Projekts aktiv werden und z. B. im Schulgebäude Sensoren integrieren und diese gewinnbringend im Schulalltag einsetzen?

Grundsätzlich Ja aber das hängt vom Projekt ab, das sie machen wollen. Geht es um ein Produkt das auf jeden Fall fertig sein soll oder mehr um ein Prozeß und vielleicht das Reflektieren um diesen Prozess herum (Was hat funktioniert? Was hat geklappt? Wo waren für uns die Hürden? Warum hat etwas nicht geklappt? Wie war der Prozess? Was wollten wir am Anfang? Was wollten wir jetzt?)

Ich war offen, aber auch ein wenig skeptisch. Schließlich herscht an vielen Schulen ja eine gewisse „WLAN Hysterie“ –  an der Schule darf es kein WLAN geben, wegen der möglichen gefährlichen Strahlung und auch bei einem Gespräch im Amt für Schule und Bildung hatte man große Sorgen wegen Strahlung und Eltern die Angst vor Strahlung haben.

Dann ist das ja noch die Sache mit den Experimenten im Schulunterricht. Eigentlich ist das was im Unterricht gemacht wird, ja nie ein Experiment: Denn ein Experiment hat einen offenen Ausgang. Der Experimentator weiß nicht was dabei heraus kommt, darum macht er ja das Experiment meistens auch. Im Unterricht dagegen ist ein Experiment meistens etwas, bei dem die Lehrperson genau weiß was herauskommt und es deswegen mit den Schülerinnen und Schülern macht. Von daher wollen Lehrpersonen meist genau solche Projekte und Experimente bei denen nachher „etwas vorzeigbares“ rauskommt.

Beim reinen ausprobieren mit irgendwelchen Sachen, kann es immer sein, das dabei eben nix rauskommt, man hat festgestellt, das es eben nicht so klappt wie man es sich dachte. Dabei hat man auch viel gelernt.

Jetzt gab es im Laufe des Projektes einige solcher Klippen:

  • Bestellen ist nicht so einfach. Es kommen falsche Teile, zu spät und es fehlt noch was, weil nicht auf der Liste. Das Problem hatte auch schon ein großer Energieversorger.
  • Die Anleitung ist nicht so schön, das man es wirklich ohne Vorarbeit reproduzieren kann.
  • Software ist buggy oder man versteht sie nicht.
  • Die Integration zum Auswerten der Daten ist nich so schön.
  • Messungen an Stellen gehen nicht.
  • Falschverkabelungen.

Das schöne ist, das diese Probleme nicht nur Lehrpersonen an Schulen passieren, sondern auch „Profis“.

Das soll nicht heißen, dass das Projekt nicht gut lief. Die Schüler haben mit unterschiedlichen Mitteln an unterschieldlichen Orten gemessen. Haben diese Daten aufbereitet und auch präsentiert. Lernen fand nicht nur an der Schule statt, sondern auch im freilab, bei einem Vortrag und an anderen Orten. Genutzt wurde daneben auch ein WLAN Feinstaub Sensor, ein mobiler Sensor mit GPS, die Anwendung SMOG Cop zum messen am Handy und andere Geräte.

Selbst habe ich auch einige Dinge angestoßen: Etwa zusammen mit Guido Burger meinen Feinstaubsensor in diverse Datensammelverlinkungen integriert und an einem Feinstaub Twitter Warn Bot für Freiburg mit Miska Knapek gearbeitet.

👍🏻 Die Ergebnisse des Projektes werden zusammen mit einigen Schülerpräsentationen auf der Website des mascil Projektes der PH Freiburg gezeigt.

Es lohnt sich diese Anzuschauen. Lora bzw. TTN an Schulen ist ganz am Anfang, aber die Technik wird ständig besser. Mit dem Ocotopus gibt es meiner Meinung nach eine gute Experimentierplattform und auch die Freiburger Abdeckung wird besser. Es kommen auf Seiten von TTN neue Integrationen dazu und auch wir in der Community verstehen die Technik mehr und besser.

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IoT Abenteur: Makerfairsee, Octopus und Feinstaubmessungen am Friedrich-Gymnasium

4. Juni 2018

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Das Wochende habe ich nach einer Fahrt durch einen Wolkenbruch – mit dem Motorad – auf der Makerfaire See in Friedrichshafen verbracht. Da habe ich ganz viele spannende Leute getroffen:

Zum Beispiel Gonzalo Casas von TTN Zürich, den ich schon lange mal treffen und kennenlernen wollte und scheinbar er mich auch:

Und wenn man dann mal so ins Reden kommt und sag: „Ach, es wäre gut, wenn man sowas hätte, das man immer wüßte, ob der eigene Gateway noch online ist.“ Dann macht sich Gonzalo gleich auf dem Weg und bastelt sowas:

Also bald wird es http://ismygateway.online/ geben, auf dem man seine Email Adresse und die Adresse des eigenen Gateway wird eintragen können und dann eine Nachricht bekommt, wenn der eigene Gateway offline ist.

Auch besonders cool war der Stand der Leute aus Ulm. Die basteln an einem TTN basiertem Fahrradverleihsystem,haben dafür auch schon vom Land Baden-Württemberg ein Mobilitätsstipendium bekommen. Das Ziel soll es sein, das Nutzer Open Source, ohne zentrale Instanz an vielen Stellen Fahrräder aufstellen können. Ob nun von einem komerziellen Anbieter oder auch ein kleiner Tourismusverein mit fünf Rädern.

Robbi05 hat mich auch gleich inspriert die notwendige Hardware für den Paxcounter von recumbant travelling zu bestellen. Das ist ein colles Projekt, das ich auch mal nachbauen will, auch um endlich die VAG zu überzeugen, das so ein Gateway auf der Schausinslandbergstation doch ganz sinnvoll wäre (jaja die alte Geschichte). Mit dem Paxcounter kann man Datenschutzkonform zählen wieviele Geräte (Smartphones) im Umkreis sind und das über TTN weitermelden.

Aber das war nicht die einzige coole Person, die ich getroffen habe und mit der wir so einiges gabastelt haben, was nützlich sein wird. Am Friedrich-Gymnasium gibt es ein Feinstaub Projekt. Die Schüler des Leistungskurses Physik haben eigene TTN Feinstaubsensoren gebaut und experimentieren auch gerade mit den Octopus Platinen.

Bisher war es ein Problem die Daten aus der TTN Console rauszubekommen. Die Integration nach lufdaten.info ging bisher, trotz intensiver Bemühungen nicht. Daher man sah zwar unsere WLAN Sensoren auf der Karte, aber nicht die TTN Sensoren. Sehr zum Verdruß von Schülern und Projekt. Aber zusammen mit Guido Burger habe ich an einer Lösung „gehackt“ – auch wenn es eher war: Gudio Burger zeigt mir was man tolles alles mit IFTT machen kann.

Daher wir haben jetzt:

Was jetzt noch fehlt, ist das ganze irgendwie zu twittern. Aber vielleicht kommen wir da auch noch hin.

Und dann gibt es noch den mobilen Octopus Feinstaub Sensor von Guido Burger: Der hatte das Problem, das er viel zu oft Daten gesendet hat und dann IFTT ausstieg. Aber mit ein bischen googlen und überlegen, haben wir das so gelöst: Die Daten gehen in die Storage Application von TTN (Gutes Videotutorial). Die löchst sie nach 7 Tagen, aber das sollte ja für so ein Projekt ausreichen. Da kann man sie dann runterladen und weiterverarbeiten.

Das ganze Zeig, das man mit TTN gut selbst bestimmt wo die Daten hinfliessen:

oder:

Die Folien sind aus der Präsentation für das Amt für Schule und Bildung in Freiburg. TTN macht nur den Transport, die Weiterverarbeitung der Daten müßen die Anwender_innen selber integrieren, aber kontrollieren sie auch.

Nun ja und weil es so toll war hat Guido auch noch gleich einen Wimpel gewonnen und seine Kinder einen Preis: