Archive for the ‘Green City’ Category

PaxCounter Basteln und Anleitung

11. Oktober 2018

Danke nochmal an die ganzen Teilnehmenden und Helfenden die beim PaxCounter Workshop in der Lokhalle anwesend waren.

Unser Test PaxCounter an der Haltestelle Berliner Alle hat vom 10.10.2018 21:30:33 bis zum 11.10.2018 5:49:33 morgen mit einer 10.000 Ah Powerbank und eingeschaltetem Display Daten gefunkt. Als ein erster Test ist das mal ganz gut. Die Daten sind hier verfügbar. Als CSV und können dann auch ausgewertet werden.

Jetzt muß man noch herausfinden wie das Verhältniss zwischen angzeigten Geräten und Personen vor Ort ist. Es kann ja jemand mit Smartphone mit augeschaltetem WLAN warten oder eine Person die zwei Smparthones dabei hat (eins fürs Geschäft und ein privates). Das müßte mal jemand zählen. Auch die Reichweite des Gerätes kennen wir noch nicht und auch die bedarf noch einiger Experimente.

Die Anleitung zum Nachbauen gibt es auch hier als PDF.

 

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Project Fear: oder wie die Kampagne der Dietenbachgegner laufen wird

15. September 2018

Project Fear ist ein Ausdruck der von den Brexit Befürwortern gebraucht wurde um die von den Brexit Gegnern erhobenen Warnungen über die möglichen negativen Folgen eines Austritts Großbritanniens aus der EU abzuwerten. Wir wissen ja alle das mit dem Brexit läuft so richtig gut (der Link geht zu einem netten Essay von Chris Patten).

Aber was hat das mit der Kampagne gegen den Stadtteil Dietenbach zu tun?

Ganz einfach: Die Stadtteilgegner – zum Teil Personenidentisch mit Freiburg Lebenswert und den Stadiongegnern – werden versuchen möglichst viele Zweifel über den geplanten neuen Stadtteil zu sähen, so wie sie es bereits beim Bürgerentscheid zum Stadion versuchten. Klar jedes Projekt das es noch nicht gibt, ob nun ein Stadion, ein neuer Stadtteil oder ein Asylbewerberheim eignet sich als Projektionsfläche für Ängste. Mit jeder neuen Sache an einer neuen Stelle, sind auch immer Einschränkungen für irgendjemanden verbunden (und natürlich Verbesserungen für jemand anderen).

Wenn es eine Sache noch nicht konkret gibt, dann gibt es Einschränkungen oder Nachteile für bestimmte Menschen, die relativ plausibel sind. Wenn ich etwa ein Stadion in der Nähe des Stadtteils Mooswald baue, dann gibt es vor und nach Fußballspielen mehr Verkehr, das ist erstmal eine plausible Befürchtung auf die man mit einem Verkehrskonzept (Anreise der Fans per Rad, enger Takt für Straßenbahn, mehr S-Bahnen, Parkraumüberwachung, temporäre Sperrung von Straßen für Anwohner, Polizeipräsens, graits Ticket für Fans, …) reagieren kann. Dadurch lassen sich die negativen Auswirkungen vielleicht nicht eliminieren aber minimieren.

Aber in der Vorstellung, die sich in Gruppen von Gegnern dann auch gerne Gegenseitig bestätigt wird, bleibt natürlich die Projektionsfläche Stadion vorhanden und kann weiter genutzt werden. Deswegen ist es in meiner Erfahrung als Moderator auch einfacher bei realen, bereits bestehenden Konflikten zu moderieren, weil da allen Seiten klar ist was die Beinträchtigung ist. Deshalb auch meine These: Die ultimative Projektionsfläche ist in dem Zusammenhang das Flüchtlingsheim, am beseten an einem bisher ausländerfreien Ort, weil da kann ich mir so richtig alles mögliche schlimme ausmalen. Ist auch einer der Gründe warum die AfD Propaganda so richtig gut dort funktioniert wo es kaum Ausländer gibt.

Die Argumente dagegen werden sein:

  • Dietenbach ist nur ein Spekulationsobjekt für fremde (nicht Freiburger) Interessen. Sie bereits das Titelbild von ihrer Webiste im tweet oben.
  • Innenentwicklung kann genausoviele Wohnungen bringen. Besonders lustig, weil ja Freiburg Lebenswert auch gegen viele Innenentwicklungsmaßnahmen war. Die hießen da noch Nachverdichtung. Und sind ja auch immer ganz konfliktfrei.
  • Der Wohnraumbedarf wird gar nicht so stark steigen.
  • Es sind eigentlich nur externe die Bauen, die die Mieten hochtreiben und sowieso Spekulanten oder Heuschrecken.
  • Die neuen Wohnungen werden eh viel zu teuer für den kleinen Mann (Spekulanten!)
  • Die Bauern, denen die Flächen gehören werden um den wahren Grundstückswert geprellt (das zieht dann in St. Georgen) und der Gewinn geht an die Spekulanten (!!)
  • Sowieso gabe s keine oder keine richtige oder nur zu späte Bürgerbeteiligung
  • Die Bürger werden sowieso von denen da oben verarscht.
  • Enteignungen (der armen Bauern)
  • Gelände ist eh wegen Hochwasserschutz (Damm in Günterstal) und Artenvielfalt (auf der Ackerlfäche) ungeignet
  • Bald haben wir auf dieser Fläche auf der neben einer bunten Biodiversität auch noch Nachrungsmittel gezüchtet werden, nix mehr zu Essen.
  • Großprojekte klappen eh nie
  • Viel zu teuer
  • 50% Quote ist eh Lüge
  • Gibt eh keine Handwerker die da bauen könnten
  • Lärmschutz durch B31 oder ZMF

Ja es würde mich reizen, dazu ein kleines Bingo zu machen, das kann man dann auf jeder Veranstaltung zu dem Thema abstreichen.

Zu guter Letzt ganz im Ernst: Ich werde weder Unterschreiben noch gegen einen neuen Stadtteil stimmen. (Auch wenn ich schon mal vorgeschlagen habe, den Flugplatz zu bebauen)

 

 

Wieviele Leute sind in…

3. September 2018

… meinem Geschäft? … auf dem Skateplatz? … im CoWorking Space? … an der Haltestelle? … im Bus? … warten in der Mensa?

Fragen sich die unterschiedlichen Menschen und Organisationen. Personen zu zählen braucht entweder Personal oder eine teuere Hardware. Doch heute hat fast jeder ein Smartphone dabei.

Deshalb haben sich clevere Bastler gedacht: Dann zählen wir doch einfach die Smartphones, die fast jeder dabei hat. Unter der Leitung des Chief Technical Officer von DB Station & Service baut seit einigen Monaten eine engagierte Community von Programmieren und Bastlern am „PaxCounter“. Dieser zählt wieviele Geräte er sieht – anhand von MAC Adressen im WLAN oder Bluetooth – und übermittelt diese Zahl per TTN an einen Server. Wo sie gespeichert und ausgewertet werden können.

„Das ganze geschieht Datenschutzkonform, wir übermitteln und speichern nur die Anzahl, nicht die Adresse. So kann kein Rückschluss oder ein Nachverfolgen von Personen erfolgen, lediglich wieviele Geräte und daher ungefähr Personen an einem Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt standen.“, erklärt Sebastian Müller von der TTN Community Freiburg.

Jonathan Niessen vom Grünhof: „Durch dieses Geräte ergeben sich viele spannende Anwendungsmöglichkeiten, wir wollen mit Freiburger Unternehmen, ob es nun Verkehrsunternehmen oder Start Ups sind herumexperimentieren, um zu schauen wie sie ihre Dienstleistungen verbessern könnten. Die VAG könnte etwa solche Geräte an der Haltestelle Messe einbauen und sehen wenn besonders viele Menschen von der Messe zurückkommen und dann die Bahnen häufiger fahren lassen. Das Studierendenwerk könnte messen wann besonders viele Studierende in der Mensa mittag essen oder der Skateverein wann gerade der Skateplatz voll ist.“

Für einen ersten Workshop um selber die sogenannten „Paxcounter“ zu bauen und in das The Things Network zu integrieren,
laden die TTN Community und der Grünhof
am 10.10. um 18:30
in die Lokhalle am Güterbahnhof.
Kreativpark Freiburg, Paul-Ehrlich-Str. 7, 79106, Freiburg

Wir werden gemeinsam bauen und uns gegenseitig bei Fragen und Problemen unterstützen. Technische Vorkenntnisse sind hilfreich aber nicht notwendig, es muß nicht gelötet werden. Der Referent hilft.

➜ Verbindliche Anmeldung: http://meetu.ps/e/FKHDj/zscGw/a

Bitte bring die folgenden Sachen mit: (more…)

Gemeinderatsanfragen veröffentlichen: es tut sich was!

9. August 2018

Am 16.07.2018 hatte ich bei der Stadtverwaltung Freiburg angefragt, ob die Gemeinderatsanfragen, welche die Fraktionen stellen veröffentlicht werden können. Nach meiner Meinung handelt es sich dabei durchaus um Daten, die dem Landesinformationsfreiheitsgesetz unterliegen.

Bereits jetzt werden sämtliche Ratsunterlagen im Ratsinformationssystem auch den Bürgen zugänglich gemacht, bis auf die Gemeinderatsanfragen. Das sind schriftliche Fragen, die die Fraktionen an die Verwaltung stellen.

Auf meine LIFG Anfrage hat die Verwaltung jetzt zugesagt, dass auch diese ins Ratsinformationssystem eingestellt werden: „Wie bereits gestern telefonisch kurz besprochen, teile ich Ihnen hiermit mit, dass die Stadtverwaltung beabsichtigt noch in diesem Jahr die Anfragen der Gemeinderatsfraktionen nach § 24 Abs. 4 GemO im Rats- und Bürgerinformationssystem zu veröffentlichen“

Damit ist, wie ich bes bereits geschrieben hatte „Alternativ wäre aus meiner Sicht der materielle Zweck dieser Anfrage erfüllt, wenn die Daten öffentlich über eine geeignetes Angebot auf der Website der Stadt Freiburg, etwa das Ratsinformationssystem, in absehbarer Zeit bereit gestellt würden. In diesem Falle bitte ich Sie mich über ihr weiteres Vorgehen zu informieren. “

Jetzt hoffe, ich dass die Volltext-Such-Möglichkeit auch bei kleineAnfragen der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.  integriert und ausgeweitet wird!

Als Gemeinderat habe ich auch immer gerne Anfragen gestellt und auch heute stellen die Fraktionen gerne solche, etwa um herauszufinden wie es mit dem WLAN in Freiburg steht!

UPDATE: (22.8.18) Timothy Simms hat mir auf twitter gesagt, dass die Fraktionen bereits Juni zu diesem Theme einen interfraktionellen Antrag, gestellt haben, der aber noch nicht öffentlioch ist.

Eine Freiburg App? Oder besser Freiburg Apps? Einige Überlegungen

10. Juli 2018

2016 fing ich damit an eine kleine App programieren zu lassen, sie soll das Aufhängen und Verwalten von Plakaten in Wahlkämpfen oder für Veranstaltungen vereinfachen. Seither beschäftige ich mich, nebenher, aber durchaus intensiv mit Fragen die damit zu tun haben.

Eine der Fragen, war es ob es sinnvoll ist eine App für viele Anwendergruppen zu haben oder besser für jede Zielgruppe eine eigene App. Für beide Strategien gibt es gute Beispiele. So liefert etwa die Washington Post ihre Inhalte in drei Apps aus. Einmal in einer Printversiongleichen Darstellung, so wie die BZ, in einer App die ein wenig die Website nachstellt (classic) und in einer Darstellung ähnlich eines Karusells, mit swipen.

Im Wahlkampf wurde nun diskutiert, das es eine „Freiburg App“ geben soll. Unklar war was diese App denn eigentlich machen soll? Was wären die Anwendungsfälle für so eine App? Welche Zielgruppen sollten oder könnten eine solche App nutzen? Oder warum soll sich ein Nutzer überhaupt eine App installieren, er kann ja auch auf eine Website gehen?

Beim Nachdenken kam ich auf mindestens drei Apps mit unterschiedlichen Zielgruppen, ich habe jeweils eine kleine Userstory dazu geschrieben:

Freiburg Tourism App

Paula ist geschäftlich einige Tage in Freiburg und hängt noch ein Wochenende an ihren Besuch dran. Sie möchte ein wenig die Stadt erforschen. Sie kommt aus der Schweiz und muß daher viel Geld für Roaming bezahlen. Sie nutzt ihre Zeit etwa um Sehenswürdigkeiten, Museen anzusehen, oder auch etwa einzukaufen.

Eine solche App würde Touristische Informationen enthalten: Öffnzungszeiten von Museen, Informationen über Sehenswürdigkeit, die Geschichte Freiburgs und vielleicht Tourvorschläge (etwa aus Gerlinde Kurzbachs Buch „Freiburg zu Fuß„, die ich per in-app-purchase freischalten kann). Vielleicht auch die Möglichkeit im Museum Informationen per QR Code zu erhalten und als Ersatz für einen Audioguide zu dienen, einen Veranstaltungskalender, Stadtplan und vielleicht eine Infofunktion wenn ich in der Nähe eines wichtigen Punktes stehe. Die Informationen wären eher statisch und die App würde von der FWTM verwaltet. Gleichzeitig wären in der App alle Informationen hinterlegt, so dass zum Betrieb keine aktive Internetverbindung nötig ist und sie schon im ICE oder im Hotel per WLAN runtergeladen werden kann. Wahrscheinlich wäre die App primär auf Englisch.

Freiburg Bürger App

Innovativer aber aufwändiger wäre dann schon eine Bürger*innen App:

Paul ist Bürger von Freiburg und möchte sich die Zeit und den Aufwand für Behördengänge sparen. Er nutzt durchaus ein Smartphone. Er ist auch daran interessiert wie er in die Stadt kommt oder was für Veranstaltungen es geben könnte. Er will auch immer wissen, wann er den Müll runterzubringen hat und was sich so bei ihm in der Nähe bzw. in der Stadt tut.

Daher eine solche App oder auch ein Webangebot, auf Basis einer reaktiven Website, würde die Möglichkeit bieten Informationen für Bürger (Müllabholung, Sperrmüll, Recyclinghöfe), einen Mängelmelder, Veranstaltungshinweise, aber auch Behördeninteraktionen, wie Personalausweis beantragen, Strafzettel bezahlen, Kitaplatz beantragen und vieles andere bieten.

Mobil App

Die dritte Anwendung wäre für Menschen die in Freiburg mobil sein wollen. Etwa mit dem ÖPNV, dem Leihrad, Carsharing oder auch mit anderen Angeboten. Bereits jetzt unterhält die VAG eine App (und der RVF die gleiche anders gebrandet) und auch über die Bahn kann man sich RVF Fahrscheine kaufen oder im google nach Straßenbahnen suchen. Da wäre es schon mal was einen Grund zu entwickeln warum die Leute sich die App installieren könnten: Etwa indem Betriebsstörungen als Push-Nachricht kommen oder damit eben unterschiedliche Mobilitätsangebote gebündelt werden. Aber bisher schafft es die VAG ja nicht mal einen twitter Account zu betreiben.