Das Flüchtlingsproblem an der Wurzel lösen

16. August 2015

Ich war bei der Infoveranstaltung zur Bedarfsorientierten Erst Aufnahme Einrichtung des Landes, auf dem ehemaligen Sportplatz der Polizeiakademie. Der Artikel auf der Badischen Zeitung hat inzwischen über 60 Kommentare. Das Thema bewegt. Auch an dem Abend war der Schwarzwaldsaal des Regierungspräsidiums gut gefüllt.

Die Anwesenden konnte man in etwa 3 ähnlich Große Gruppen teilen: besorgte AnwohnerInnen, Gutmenschen die Flüchtlingen helfen wollen und PolitikerInnen. Von den “besorgten Anwohner_Innen” kamen hauptsächlich die üblichen Freiburger Sorgen: Lärm, Dreck, Lärm, Vermüllung, Lärm, genug Spielplätze, zuviel Verkehr, Lärm, Licht, Lärm. Daneben gab es noch einige Personen die auf die “ihre Ängste” die sie nun mal hätten hnwies und “die man ja noch sagen darf”. Leider bliebt im unklaren was diese “Ängste” nun sind. Weder die Moderation noch ich oder jemand aus dem Publikum haben nachgefragt was diese Ängste nun sind. Man dünkt wenn es erstmal soweit kommt das konkrete Ängste bennant werden, dann kann man vielleicht auch die eine oder andere konkrete Angst entkräften.

Das nächste Drittel waren Menschen die in Freiburg irgendwas mit Politik zu tun haben: Stadträte, Vorstände von Jugendparteiorganisationen, Ring Politischer Jugend, Leute aus Fachschaften der Universität, Flüchtlingshilfsgruppen. Denen schien es eher um praktische Fragen und das Wohl der Flüchtlinge zu gehen und die fragten nach der Eignung des Betreibers, wieviele Sozialarbeiter auf wieviele Flüchltinge kommen, der medizinischen Versorgung,… .

Das dritte Drittel waren dann Freiburger Bürger die sich gerne für Flüchtlinge engagieren und helfen wollen. Die Angebite gingen vom Sammeln von Kleidung, über Arbeitsangebote, aber auch klare Aufforderungen und fast schon Streit mit den “besorgten Bürgern.

Übrigens hat Ralf Spörkel recht wenn er sagt, dass unser Flüchtlingsproblem hauptsächlich ein Verwaltungsproblem der Unterbringung sei. Aber das kann, so habe zumindest ich den Eindruck, von einer willigen Verwaltung gelöst werden.

Die Veranstaltung neigte sich dem Ende zu und dann kam ein “besorgter Bürger” und warf die frage auf – nennen wir es mal so – dass doch alles hier nix bringen würde, denn man müße das Flüchtlingsproblem an der Wurzel lösen. Das ganze war recht empört Vorgetragen. Aber die Frage ist eine Gute über die es sich lohnt nachzudenken.

Vielleicht kommen wir erst mal darauf wenn wir uns fragen: Warum kommen jetzt so viele Flüchtlinge zu uns? Und warum kamen nicht schon vor 5 Jahren? Nun der syrische Bürgerkrieg und IS im Irak dauert nun schon drei Jahre. Und bis Flüchtlinge es dann nach Europa schaffen dauert es eben und seither steigt die Anzahl der Flüchtlinge in Deutschland, von zunächst unter 100.000 2013 auf wahrscheinlich um die 400.000 in diesem Jahr. (Das sind übrigens 0,5% wie Michel Friedman so schön ausführt)

Also wäre wahrscheinlich eine Lösung an der Wurzel, nicht das man die Boote vom Ablegen hindert oder Schlepperbanden bekämpft (Schleppen aus der DDR war übrigens nicht strafbar) sondern das in Bosnien, Serbien und dem Kosvo die Arbeitslosigkeit bekämpft, dafür sorgt das Mazedonien nicht zerfällt und den Syrischen und den Lybischen Bürgerkrieg stoppt. Die letzten beiden Punkte dürften dann wohl auf eine Militärintervention hinauslaufen. Das wird dann aber sicher teurer als das was wir bisher für Flüchtlingsunterbringung ausgeben.

Wir können übrigens dankbar sein, dass die Ukrainischen Flüchtlinge bisher überwiegend in der Ukraine bleiben.

  • Hier noch ein paar interessante Videos zu den Themen:

  • Badische Zeitung kommentiert zu dem Thema:

Flüchtlingsdebatte: Ängste, aber auch Hilfsbereitschaft (veröffentlicht am Di, 11. August 2015 22:46 Uhr auf badische-zeitung.de)

A Visit with EWS Schönau, Germany’s “Electricity Rebels”

12. August 2015

sbamueller:

Together with Priya I went up to Schönau. Not only a intresting and cute Blackforrest village but also one of the centers of Germany’s energy revolution.
Pria vote a long article on her blog.

Ursprünglich veröffentlicht auf Priya's Watson Fellowship:

On Wednesday (August 5), Sebastian and I went to visit EWS Schönau, an extremely successful German energy cooperative. EWS was founded after the Chernobyl nuclear disaster of 1986, when the town of Schönau’s provider KWR refused to phase out nuclear or move towards environmentally friendly energy. Schönau’s citizens realized the only way to change the status quo was to own the grid themselves, and after many negotiations, multiple citizens’ referenda, and a large fundraising effort, EWS was finally established (1994), allowed to operate Schönau’s electricity grid (1996), and allowed to buy and own this electricity grid (1997).

We were greeted at EWS by Tanja Gaudian. EWS currently sits in its own office building, with additional buildings for a workshop and a small entertainment center. The EWS office also has a co-generation plant, a fuel cell, and rooftop solar. With 100 employees, it’s the biggest company in Schönau (and incidentally, Schönau’s biggest taxpayer).

Original ansehen noch 1.273 Wörter

Links für den Juli

31. Juli 2015

Auch am Ende des ereignisreichen Monats Juli gibt es wieder ein paar interessante Links:

Will eigenes Buch verkaufen und beklagt das die Jugendlichen sich aufgrund des Bildungssystems immer mehr verdummen, da dies von der Wirtschaft kontrolliert würde.

Jan Benson hat eine wunderbare Dissertation über den Zusammenhang von Zeitschriften wie Men’s Health und unser Männer Bild geschrieben: http://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-27903/Dissertation_JanBenson_finaleVersion.pdf Denoch: Inzwischen wird nicht nur das Selbstbild der Frauen von Industrie nd Medien gesteuert, sondern auch der männliche Körper steht zur Disposition.

Und wenn man mal wissen will wie man politisch steht, dann kann man sich im politischen Kompass testen lassen: https://www.politicalcompass.org/test/de

Eine wunderbare Satire auf die Arbeit der Ethnologen:

Freiburg, ist das Südbadische Miami meint die Süddeutsche Zeitung.

English

We need a new concept for a european republic: The key thing today is not further integration, since Europe is now almost completely integrated in terms of economic and monetary policy. European integration is thus yesterday’s word; tomorrow’s is European democracy. The problem is that political and social integration have not kept up with economic integration; they are now out of step with Europe’s economic unity. (…) The key thing today is therefore to build a transnational European democracy that goes beyond nation states

Bericht aus Rom

30. Juli 2015

Rom Teil 2

Seit einigen Tagen sind wir zur Sanitätsdienstlichen Unterstützung der Ministrantenwallfahrt in Rom. Nach nur 22 h Fahrt im 22 Jahre alten Ford Transit habe ich und mein Mitfahrer unser Hotel und Rom erreicht. Andere Malteser Romreisende hatten schnellere und neuere Autos und waren demnach nicht so lange unterwegs.

Hier betreiben wir eine Art Krankenhausambulanz und diverse Sanitätsdienste. Ob ein Sanitätsdienst nun in Freiburg oder Rom stattfindet ist nicht so unterschiedlich. Allerdings ist es wärmer. Und natürlich hat man in Freiburg auch keine 50.000 Pilger. Zum Teil haben die dann nichts getrunken, waren lange in der Sonne oder sind beim Ausflug in Adria in einen Seeigel getreten.

Neben der Betreeuung der Pilgerreise, gerade für unsere Organisatoren und die Einsatzleiter, eine große Aufgabe, haben die normalen Helfer immer noch etwas Zeit sich auch Rom anzusehen. Ich war in den Vatikanischen Museen.

Ein besonderes Highlight war der Besuch im Campo Teutonico am Vatikan.

Blick vom Campo Teutonico auf den Vatikan

Blick vom Campo Teutonico auf den Vatikan

Besonders lustig war bei diesem Besuch mit Führung durch das altehrwürdige Gemäuer, das der Schweizer Gardist am Ausgang dann vor unserem Einsatzleiter salutierte…

Unseren Organisatoren kann für die gute Vorbereitung und sehr durchdachte Detailplanung nicht genug gedankt werden. Wenn es hier an Bildern aus dem Einsatz mangelt, dann schlicht, weil ich da keine Zeit habe welche zu machen oder auch weil man ja die Persönlichkeitsrechte unserer Patienten auch schützen müßen.

Zur Geschichte subteranter Jugendzentren: JugendDenkMal, Z, ArTik

29. Juli 2015

Ein Dauerthema und auch irgendwie ein anderer Baum aus dem gleichen Stamm, ist die Geschichte der Nutzung, der Unterführung unter dem Siegesdenkmal, als Jugendzentrum. Die begann Gleichzeitig mit der Geschichte von Junges Freiburg, zum Teil waren die Aktuere die gleichen und eines der wichtigsten Anliegen von Junges Freiburg war die Durchsetzung des damals als JugendDenkMal bekannten Projekts.

Badische Zeitung 1.12.1998 zum Jugenddenkmal in der damaligen Rubrik Jugend macht Zeitung. Vernena Wahl und Matthias Dannenberger waren dann auch weiterhin in beiden Projekten aktiv.  Quelle: Archiv Florian Braune

Badische Zeitung 1.12.1998 zum Jugenddenkmal in der damaligen Rubrik Jugend macht Zeitung. Vernena Wahl und Matthias Dannenberger waren dann auch weiterhin in beiden Projekten aktiv.
Quelle: Archiv Florian Braune

Leider ist der Bau eines solchen Zentrums nicht ganz einfach, neben einer ehrenamtlichen Bauleitung, zahlreichen Jugendlichen die in Eigenleistung Dinge abtrugen, Steine hochtrugen, Lehrlingen die Blendmauerwerk lernten, gab es beim Bau sich ständig verschärfende Brandschutzvorschriften. Daher wurde das ganze teurer als gedacht:

die inzwischen nicht mehr existente Zeitung zum Sonntag, einst eine Konkurenz zum BZ Konzern. Erläutert warum JugendDenkMal teurer wird. Quelle: Archiv Florian Braune

die inzwischen nicht mehr existente Zeitung zum Sonntag, einst eine Konkurenz zum BZ Konzern. Erläutert warum JugendDenkMal teurer wird.
Quelle: Archiv Florian Braune


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