Die vier Tage von Nijmegen

27. Juli 2016

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Nun bin ich seit einigen Tagen wieder von Nijmegen Marsch da. Viele Fragen: „Wie wars? Und wie kommt man darauf sowas zu machen?“

Nun. Im Nachhinein betrachtet hat es Spaß gemacht. Währenddessen war ich mir manchmal nicht sicher. Besonders am 3. Tag Abends, kam ich kaum die Treppe im Haus meiner Gastfamilie hoch und auch kaum zum letzten Tag wieder runter. Aber es ging. Der letzte Tag war ein Kampf, mit Starkregen am morgen, aber irgendwann kam dann auch wieder die Sonne.

Erstmal 50 km laufen, ist für jeden, auch für jeden trainierten – ich laufe ja immer Halbmarathon und gehe ins Cross Fitt – eine Anstrengung. Selbst an Tagen an denen ich joggen gehe laufe ich eigentlich selten mehr als 25 Kilometer – ch habe da jetzt so eine App, die das überprüft. Das liegt auch daran, das ich in Freiburg meistens alle meine Wege mit dem Rad mache.

Auf der anderen Seite war ich schon mal einzelne Tage wandern und das waren dann circa 50 km. Aber immer nur an einem Tag.

Die ersten beiden Tage gingen für mich gut, der dritte war auch noch in Ordnung und er vierte war dann ein Kampf.

Am ersten Tag bin ich sogar 35 km durchgelaufen ohne anzuhalten, also vielleicht mal um Wasser zu trinken aber tatsächlich doch war ich ständig in Bewegung undhabe mich nach erst nach 35 km im eine halbe Stunde hingesetzt. Das eigentliche Problem war dann, dass wieder los laufen und da konnte ich die ersten Minuten wirklich nur Schleichen, bis ich dann meine Schenkel wieder warm, trotzdem hatte ich dann gar keine so schlechte Geschwindigkeit.

Dennoch habe ich gemerkt dass ich jeden Tag 1 Stunde länger gebraucht habe.

Am dritten Tag war ich morgens beim Blasenposten und die haben erst mal mir das gesamte Compeed von den Füßen gekratzt. „ Das kann man vielleicht mal so zum tanzen gehen anziehen aber nicht wenn man länger läuft“

Dann hat mein Behandler Fotos von den Blasen gemacht „Schau dir die an, das ist ein Prachtexemplar“ und mir die Blasen auf gestochen, die Flüssigkeit darin rausgelassen, mit Hansaplast verklebt  und den Fuß trocken gepudert und mich wieder losgeschickt. Das hat leider 1,5, h gekostet nach nur 12 km und zwang mich dann bei einem Teil des dritten Tages mit einer ziemlichen Geschwindigkeit zu laufen um überhaupt noch rechtzeitig ins Ziel zu kommen. Einmal sah ich schon den Besenwagen stehen.

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Das Foto hat der nette Herr im Blasenposten gemacht, der mir dann die Füße neu verbunden hat.

Nun was kann ich für die Lehren draus ziehen, wenn ich wieder mitlaufen sollte: Regelmäßige Pausen, ordentlich Essen und Trinken, nützliche Kleidung und Schuhe wechseln. Doppelsocken!

Was kann man so über die Leute sagen, die da mitmachen:

Franzöische Soldaten und Gendarmen scheinen meist langsam und still vor sich hin zu leiden, ich habe nie erlebt dass ich von denen überholt worden bin. British Army Cadets haben einen ziemlichen Zahn drauf. Eine Gruppe Deutscher Offiziere pfiff immer wenn sie Schwedne überholten die Titelmelodie aus Pipi Langstrumpf.

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Mit John aus Yorkshire

Es ist manchmal ganz geschickt wenn man sich an eine Gruppe dran hängt die zügig marschiert weil die einen ziemlich treibt und man damit der auch diskutieren kann. Unter anderem habe ich mich mit einem norwegischen Offizier über deutsche Flüchtlingspolitik unterhalten, mit einem deutschen Offizier über Solar Energie, mit einemholländische Soldaten der Kultur Wissenschaft studiert hat über Einwanderungspolitik und Migranten, mit Deutschen und Dänischen Polizisten über ihre Arbeit und das Abnehmen.

Ganz wichtig sind die Leute am Rand die einem zu jubeln und auch Gurkenscheiben, Kekse, Wasser, Kaffee oder eine Sitzmöglichkeit anbieten und sogar massieren. Den Rest des Beitrags lesen »

Antwort vom DRadio Kultur

21. Juni 2016

Ich hatte mich ja an DRadio Kultur gewandt, wegen eines Beitrages in ihrer Sendung „Nachspielzeit“ zum neunen Stadion in Freiburg. Nun hat mir der zuständige Redakteur geantwortet und räumt doch Fehler ein:

„Allerdings gebe ich Ihnen natürlich Recht:  Die „enorme Jugend- und Integrationsarbeit“ der Fallschirmspringer zu betonen, hat mich schon damals kaum bis wenig überzeugt.  Zahlreiche Sportarten sind da offener und breiter aufgestellt und effektiver.  Wie die Kostensteigerung von 38 auf 70 Millionen zustande kommt, kann ich nicht mehr rekonstruieren.
Auch in einem weiteren Punkt kann ich Ihre Kritik verstehen:  Die komplexe Gemengelage dieses Themas ist schwer in insgesamt rund 12 Minuten differenziert darzustellen (…)  Trotzdem war ich unter dem Strich mit dem Gesamtprodukt leidlich zufrieden.“

Nun, ich finde es immernoch einen schlampigen Beitrag und hätte gehofft, das gerade die sachlichen Fehler, doch auch richtig gestellt werden. Vielleicht schreibe ich nochmal eine Email. Denn gerade, dass man einfach so eine Kostensteigerung um nahezu 100% in den Raum wirft, ohne dass man weiß woher die Zahlen kommen (und für die es auch nach meiner Recherche gar keinen Grund gibt) zeigt ja schon das man hier einfach ungeprüft sämtliche Behauptungen der Stadiongegner übernommen hat.

ArTik im Vorderhaus

19. Juni 2016

Wenn man lange weg war, dann gewinnt man zu den Dingen in Freiburg einen gewissen Abstand. Dieser Abstand ist ganz schön wenn man wieder zurück kommt und es einem erlaubt die Dinge daheim mit anderen Augen zu sehen.

Also ging ich zur ArTik Podi und hörte mir an, was da so gesprochen wurde. In der kurzen Zusammenfassung kann ich sagen: Alle auf dem Podium wurden ihren Rollen gerecht. So ganz nach Goffmann.

Leider waren wichtige Leute eben nicht auf dem Podium: Eigentlich hätte die CDU ihre „junge, urbane, intelligente, Jugendpolitik“ – Darstellerin schicken sollen und die Grünen ihren „Ökozunsel mit Vollbarth aus dem Vauban“ – Darsteller. Denn die hätten zu dem Thema offensiv und aus Kenntnis der Zusammenhänge argumentiert. Leider waren die geforderten Darsteller nicht verfügbar und so mußte man sich mit der Ersatzbesetzung zufrieden geben: Dem gut frisierten Jungunioisten der gerade auf dem Weg zu einer Party in einem Verbindungshaus ist war und dem einem grünen Altstadtrat, aus der Kulturszene.

So begann das ganz erstmal mit einer intensiven Exegese einer Freie Wähler Pressemitteilung. Der Moderatorendarsteller kam ja vom Caritas und da exegiert man wahrscheinlich dann mal Bibel, päpstliche Schreiben und halt auch Pressemitteilungen. Nun hätte man auch die ganz trefflich mit der Anke Dallmann, besetzte Rolle der Freie Wähler Stadträtin, befragen können was die Pressemitteilung denn nun genau bedeutet. Hat man auch, aber vorher lieber ein wenig Exegese. Den Rest des Beitrags lesen »

Plauner Spitzen

19. Juni 2016

So nachdem mein Leserbrief in der Plauner Zeitung als Reaktion auf meine Studie erschienen ist hat sich das Wasser dort scheinbar beruhigt.

Es gab einen weiteren Leserbrief der meine Studie nicht so toll fand und ganz viele nette Zuschriften von Menschen die es gut fanden, dass ich mich mit dem Thema befasst habe. Es wurde an manchen Formulierungen oder Rechtschreibfehlern Kritik geübt, aber insgesammt doch das Thema ganz sachlich aufgefasst. Und es gab auch viel Lob. So muß ich sagen die Reaktionen danach haben mein Plauen Bild doch stark verbessert.

Was mit „Wir sind Deutschland“ passiert, weiß ich nicht. Zumindest finden laut Website und Facebookseite eigentlich keine weiteren Treffen statt.

Demnächst muß ich nach Weimar, vielleicht schaue ich da mal in Plauen vorbei.

Übrigens wurde das Paper mit 4 von 5 bewertet, was dann in Deutschland ein Gut wäre…

Leserbriefe zum Beitrag „Student legt Studie über WsD-Protestgruppe vor“

1. Juni 2016

GQf1Nr_6Leserbriefe zum Beitrag „Student legt Studie über WsD-Protestgruppe vor„. In einem Forschungsprojekt für die Finnische Universität Turku wurden 20 Stunden Videoaufnahmen von den Kundgebungen in Plauen analysiert.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse habe ich die Beiträge zu meiner Hausarbeit gelesen. Sie fragen richtigerweise wer diese beauftragt hat: Niemand. Die Hausarbeit schreib ich im Seminar “Nationalisms” bei Universitätsdozent Dr. Matti Jutila. Ich habe das Thema aus reinem Interesse untersucht und dafür weder Geld noch sonstige Leistungen erhalten. Für Kritik an der Methodik der Studie bin ich offen.

Auf der einen Seite weisen die Veranstalter stets darauf hin, dass die Redebeiträge nicht ihre Meinung, sondern die der Redner wiedergeben. Das ist sicher richtig. Aber mir gegenüber hat Frau Ohheim erklärt, dass sie sich von jedem Redner ein Manuskript vorlegen lassen und nach “krasse Sachen” durchsehe und diese bespreche.

Der Moderator zahlreicher Veranstaltung Gunnar Gemeinhart, kommentierte rechtspopulistischen Beiträge in der Regel wohlwollend.

In einem ausführlichen Telefonat mit einem Plauener WsD-Kritiker wurde ich darauf hingewiesen, dass bei der 20. Sonntagsdemo ein Herr zum Thema sprach und dann als er vom „genehmigten“ Manuskript abweicht, von der Bühne kolportiert wird. (Zu sehen im Youtube Video https://youtu.be/T7uFbAW-F8g ab ca 13:30)

Er wies auch daraufhin das etwa Ken Jebsen von den Veranstaltern eingeladen wurde, was Ken Jebsen auch in einem seiner Videos ebenfalls so darstellt.

Daher komme ich zu dem Schluss, dass die Veranstalter sowohl kontrollieren wer redet und auch was dort gesagt wird. Vereinzelte Minderheitenmeinungen werden geschickt eingebunden um dadurch die Fassade von Meinungsfreiheit und Vielfalt aufrechtzuerhalten. Diese Redner werden jedoch regelmäßig ausgebuht. Den Rest des Beitrags lesen »


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